Power Yoga: Infos zu Training, Fokus und Herkunft

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Bei Power Yoga geht es vor allem um eines: Power! Dieser moderne Yoga-Stil ist besonders schweißtreibend und anstrengend. Wir erklären dir, was hinter Power Yoga steckt und ob der Stil für dich geeignet ist oder nicht.

Ashtanga, Vinyasa, Jivamukti oder Kundalini: Die meisten Yoga-Stile sind nach dem Sanskrit benannt und verraten so erst einmal nicht viel über die Praxis. Beim Power Yoga ist das anders: Der namensgebende Begriff „Power“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Energie“ oder „Kraft“.

Power Yoga: Moderner Stil mit traditionellen Wurzeln

Im Power Yoga liegt der Fokus auf den Körperübungen. (Foto: CC0 / Pixabay / shushipu)

Erfunden wurde Power Yoga in den 1990er Jahren vom amerikanischen Yoga-Lehrer Bryan Kest. Er hatte zuvor bei traditionellen Lehrern in Indien gelernt, unter anderem auch bei K. Patthabi Jois, dem „Begründer“ vom Ashtanga Yoga.

Kests Yoga-Stil basiert auf dem traditionellen Ashtanga Yoga, das er in zwei Aspekten entscheidend abwandelt:

  • Zum einen soll es in Power Yoga keine vorgeschriebenen Serien geben, sondern der Unterricht an das Level der Schüler angepasst und variiert werden können.
  • Zum anderen legt er den Fokus auf die körperliche Praxis und streicht praktisch alle spirituellen Elemente sowie Meditation und Atemübungen.

Damit macht er die Yoga-Praxis dem westlichen Kulturraum leichter zugänglich, wo Yoga damals noch von vielen mit Esoterik für Hippies assoziiert wurde. Mit dem Power Yoga gibt es seitdem einen Stil, der als Fitness-Workout den Körper trainiert. Das findet vor allem im Westen Amerikas großen Anklang.

Bryan Kest selbst betont aber die Bedeutung von Meditation und hat neben Holistischer Gesundheit und Ernährung auch Vipassana-Meditation studiert. Er lehrt, dass körperliche Fitness und Aussehen irgendwann verblassen und es letztlich auf die innere Haltung im Leben ankommt. Ihm zufolge soll Power Yoga trotzdem  zu innerem Frieden und geistiger Gesundheit beitragen.

Heute ist Bryan Kest ein angesehener Yoga-Lehrer, dessen Studio in Los Angeles auch Promis wie Madonna oder Drew Barrymore besuchen. Power Yoga ist inzwischen über die USA hinaus populär geworden und hat auch in Deutschland Einzug in Yoga-Studios und Fitness-Center erhalten.

Merkmale von Power Yoga: Schweißtreibende Flows und kraftvolle Bewegungen

Im Power Yoga kommst du ordentlich ins Schwitzen.
Im Power Yoga kommst du ordentlich ins Schwitzen. (Foto: CC0 / Pixabay / jdj_land)

In einer typischen Power-Yoga-Stunde ist der starke Einfluss vom Ashtanga Vinyasa Yoga deutlich zu erkennen: Die Abläufe basieren vor allem auf den Asanas (Körperhaltungen) der ersten Serie im Ashtanga Yoga. Anders als in seiner traditionellen Form sind im Power Yoga die Sequenzen aber nicht fix vorgegeben, sondern werden je nach Stunde und Schüler variiert.

Es werden viele Asanas praktiziert, die neben dem Ashtanga Yoga auch aus dem Hatha Yoga bekannt sind:

  • So beginnt eine Power-Yoga-Stunde in der Regel mit mehreren Sonnengrüßen, die den Körper aufwärmen.
  • Danach folgen viele bekannte Haltungen wie der Hund (Adho Mukha Svanasana), das Dreieck (Trikonasana), der Stuhl (Utkatasana) oder die Krähe (Bakasana).
  • Diese Haltungen werden meist fließend miteinander verknüpft: Diese Praxis ist als Vinyasa bekannt und macht Power Yoga zu einem dynamischen Yoga-Stil, der den Puls ordentlich auf Trab hält.

Darüber hinaus werden dynamische Sequenzen und Bewegungen eingebaut, etwa vom herabschauenden Hund in die Stützhaltung und wieder zurück.

Wenig Platz für Spiritualität: Der Fokus im Power Yoga

Power Yoga ist vor allem unter Sportlern und in Fitness-Studios beliebt.
Power Yoga ist vor allem unter Sportlern und in Fitness-Studios beliebt. (Foto: CC0 / Pixabay / Digital_Works)

Nicht nur die körperlich anstrengende Praxis hat Power Yoga den Ruf eines Fitness-Workouts beschert: Anders als in vielen anderen Yoga-Stilen sind weder Meditation noch Pranayama (Atemübungen) Teil normaler Unterrichtsstunden. Von spirituellen Praktiken wie dem Mantra-Singen oder Studieren altindischer Texte ganz abgesehen… Im Power Yoga liegt der Fokus klar auf der körperlichen Ertüchtigung.

Deshalb haben Power Yoga und seine Ableger wie Power Vinyasa Yoga und Power Core Yoga auch Einzug in Fitness-Studios erhalten, wo es keine meditativen oder spirituellen Praktiken gibt. Oft werden derartige Yoga-Stile auch als Workouts oder Sportstunden angeboten.

Da Power Yoga kein geschützter Begriff ist, werden damit oft recht unterschiedliche Angebote bezeichnet und beworben. Vor allem in Fitness-Clubs werden Sportangebote als Power Yoga angeboten, die eher etwas mit klassischen Workouts oder Aerobic gemein haben als mit Yoga.

Trotzdem soll regelmäßiges Power Yoga laut Erfinder Bryan Kest aber nicht nur zu einem straffen Körper führen, sondern auch zu einem ruhigeren Geist beitragen. Denn auch wenn es keine stille Meditation gibt, erfordern die Übungen reichlich Achtsamkeit. So kann also auch eine Yoga-Stunde mit Workout-Charakter zu innerem Frieden führen.

Alternativen zu Power Yoga

Mit seinem klaren Fokus auf Körperübungen sind Power Yoga und seine Ableger vor allem dann für dich geeignet, wenn du deinen Körper fit halten, Muskeln aufbauen, flexibler werden oder abnehmen möchtest. Spiritualität, Atemübungen oder Meditation darfst du aber nicht erwarten. Da der Power-Yoga-Unterricht je nach Studio und Lehrer deutlich variiert, solltest du dir am besten mehrere Angebote anschauen und ausprobieren.

Alternativen:

  • Wenn du hingegen auf der Suche nach einem holistischen Yoga-Stil mit meditativen Elementen bist, solltest du dir Jivamukti Yoga und Ashtanga Yoga anschauen.
  • Sind dir all diese Stile zu anstrengend, wäre klassisches Hatha Yoga etwas für dich.
  • Yin Yoga ist hingegen das Richtige, wenn du es ganz ruhig angehen möchtest oder einen Ausgleich zum Power Yoga suchst.
  • Falls für dich der Fokus klar auf spiritueller und meditativer Praxis liegen sollte, könnte dir Kundalini Yoga zusagen. Es ist sozusagen das Gegenteil zu Power Yoga.

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