Küchenkräuter – Die Wirkung und die Anwendung

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Kräuter und Gewürze

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 13.03.2019
Küchenkräuter – Die Wirkung und Anwendung

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Küchenkräuter werden meist viel zu spärlich eingesetzt. Dabei handelt es sich um die kraftvollsten Superfoods, die wir kennen. Ihre gesundheitlichen Auswirkungen entfalten sie besonders dann, wenn man sie oft und üppig verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Küchenkräuter?

Wenn von Küchenkräutern die Rede ist, geht es um besonders aromatische Pflanzen, die man bevorzugt frisch, gelegentlich aber auch getrocknet verwenden kann. Es sind ferner Pflanzen, von denen man die oberirdischen Teile verwendet, also Blätter und Blüten, eventuell auch den Stängel. Von den Küchenkräutern kann man meist – im Gegensatz zu den Gewürzkräutern – problemlos auch grössere Mengen verwenden.

Als Gewürzkräuter bezeichnet man hingegen oft die getrockneten Pflanzenteile (Samen, Rinde, Knospen und Wurzeln), die ein so starkes Aroma aufweisen, dass man sie nur in kleinen Mengen – eben zum Würzen – verwendet. Dazu gehören z. B. Kümmel, Kreuzkümmel, Nelken, Zimt, Anis, Fenchel (Samen), Koriander (Samen), Pfeffer und auch Kurkuma.

Natürlich gibt es genauso Küchenkräuter, die in frischer Form aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen sehr aromatisch und stark schmecken, so dass sie nicht in grösseren Mengen verzehrt werden können und daher eher zu den Gewürzkräutern gehören, wie etwa die mediterranen Kräuter Thymian, Salbei und Rosmarin.

Welche Küchenkräuter gibt es?

In diesem Artikel möchten wir jene Küchenkräuter besprechen, die man bevorzugt in frischer Form verwendet und von denen man auch grössere Mengen verspeisen kann. Auf diese Weise kommt man auch sehr viel besser in den Genuss der gesundheitlichen Auswirkungen und Heilwirkungen dieser Kräuter.

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Gartenkresse (Lepidium sativum)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
  • Kerbel (Anthriscus cerefolium)
  • Korianderblätter (Coriandrum sativum)
  • Majoran (Origanum majorana) und Oregano (Origanum vulgare)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Pfefferminze (Mentha piperita)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Natürlich ist diese Liste alles andere als vollständig. Wir haben insbesondere Kräuter gewählt, die leicht erhältlich sind und gleichzeitig jene Küchenkräuter aussen vor gelassen, die in grösseren Mengen u. U. auch ungünstige Nebenwirkungen haben könnten, z. B. Borretsch aufgrund seines Gehalts an lebertoxischen Pyrrolizidinalkaloiden oder auch der Sauerampfer aufgrund seiner hohen Oxalsäurewerte. Oxalsäure könnte die Nierensteinbildung fördern und erschwert zudem die Mineralstoffaufnahme, beeinflusst also den Mineralstoffhaushalt negativ.

Welche Mengen an Küchenkräutern kann man täglich essen?

Die küchenüblichen Mengen an Küchenkräutern betragen pro Mahlzeit und Person etwa 1 EL gehackte Kräuter. Es spricht jedoch nichts dagegen – abhängig von der Art der Kräuter – diese Menge zu vervielfachen und z. B. in einen Smoothie 25 g gemischte Kräuter zu geben.

Übertreiben sollte man es natürlich auch bei den Küchenkräutern nicht. Verwenden Sie nur jene Menge, die Ihnen auch gut schmeckt. Da Küchenkräuter über sehr intensive Aromen verfügen, sind Überdosierungen kaum möglich, da das jeweilige Gericht dann ungeniessbar wird.

Wechseln Sie ausserdem ab! Essen Sie also nicht wochenlang jeden Tag Petersilie und Basilikum, sondern z. B. eine oder zwei Woche lang, dann pausieren Sie und mischen andere Kräuter für Ihre Speisen und Getränke. Nach wiederum einigen Tagen wechseln Sie erneut auch diese Kräuter gegen andere aus. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich der Organismus an eine bestimmte Heilwirkung gewöhnt, die dann, wenn man auf sie angewiesen wäre, ausbleiben könnte.

Welche Nährstoffe sind in Küchenkräutern enthalten?

Kräuter sind naturgemäss arm an Makronährstoffen (Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen). Durchschnittlich sehen die Nährstoffwerte pro 100 g Küchenkräuter so aus:

  • Kalorien: 25 bis 70 kcal
  • Kohlenhydrate: 7 bis 11 g (Ausnahme Gartenkresse mit 2,5 g)
  • Fett: unter 1 g
  • Protein: 3 bis 4 g
  • Ballaststoffe: 2 bis 6 g

Obwohl der Fettgehalt in Kräutern sehr gering ist, könnte er – gerade bei grösseren Verzehrmengen von Kräutern – zu einer guten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren beitragen. Denn der Omega-3-Anteil am Fettgehalt der Kräuter ist wiederum verhältnismässig hoch, während gleichzeitig der Omega-6-Anteil deutlich kleiner ist, was für ein gesundes Omega-3-Omega-6-Verhältnis spricht. Dieses liegt bei Kräutern häufig bei hervorragenden Werten von 3 : 1.

In der modernen Ernährung überwiegt bei weitem die Linolsäure (oder andere Omega-6-Fettsäuren), was entzündungsfördernde und somit krankheitsfördernde Auswirkungen haben kann. Daher ist ein gesundes Omega-3-Omega-6-Verhältnis ein wichtiges Ziel in der gesunden Ernährung.

Besonders hoch ist der Omega-3-Gehalt von Gartenkresse. Sie liefert pro 100 g bereits 600 mg Alpha-Linolensäure (der Tagesbedarf wird mit etwa 2000 bis 3000 mg angegeben) und nur 200 mg Linolsäure.

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind in Küchenkräutern enthalten?

Besonders herausragend sind bei den Küchenkräutern die Werte von Calcium, Kalium, Eisen, Vitamin C, Vitamin K1 und Betacarotin (Vitamin A). Gerade wenn man sich entschliesst, die Kräuter künftig in grösseren Mengen zu verzehren, liefern sie auch tatsächlich relevante Mengen dieser Vitalstoffe, was natürlich eher nicht der Fall ist, wenn man davon nur 1 bis 2 Esslöffel zum Würzen verwendet.

Mischt man jedoch Schnittlauch, Dill, Kerbel und Basilikum zu gleichen Teilen und verwendet von dieser Mischung für eine Mahlzeit 100 g, dann liefert der Kräuter-Mix bereits annähernd 300 mg Calcium (2,5-mal so viel wie 100 g Joghurt), 550 mg Kalium (Tagesbedarf 4000 mg) und 4 mg Eisen, was bereits einem Drittel des täglichen Eisenbedarfs entspricht und zeigt, wie gut Küchenkräuter zur Therapie und Vorbeugung von Eisenmangel eingesetzt werden könnten.

In Sachen Vitamin C ist Petersilie mit 160 mg pro 100 g Spitzenreiter der hier aufgeführten Kräuter. Schnittlauch, Dill und Kresse aber liefern immerhin noch so viel Vitamin C pro 100 g wie Zitrusfrüchte (um 50 mg).

Für Betacarotin greifen die meisten Menschen zu Karotten und denken gar nicht daran, dass auch grüne Blattgemüse und Kräuter zu sehr guten Betacarotin-Quellen gehören. Während nun Karotten 1700 µg und Spinat 800 µg Vitamin A liefern (der Körper kann aus Betacarotin Vitamin A – das Augenvitamin – herstellen), können Kräuter hier fast problemlos mithalten: Dill versorgt mit 1000 µg Vitamin A, Kerbel und Petersilie mit 900 µg und Basilikum mit 650 µg. Der Bedarf liegt bei 900 µg Vitamin A.

Vitamin K1 erfüllt wichtige Aufgaben bei der Blutgerinnung und Gesunderhaltung der Knochen und des Herzens. Schon 15 g Schnittlauch würden ausreichen, um den offiziell angegebenen Vitamin-K1-Tagesbedarf zu decken.

Welche sekundären Pflanzenstoffe sind in Küchenkräutern enthalten?

Meist sind es die sekundären Pflanzenstoffe, die aus Kräutern Heilkräuter machen. Es handelt sich beispielsweise um Carotinoide (wozu auch das Betacarotin gehört), um Flavonoide, Anthocyane, Sulfide, Senfölglycoside, Tannine, Saponine, Monoterpene und viele weitere mehr.

Ein weiterer äusserst heilsamer Stoff in Küchenkräutern und allen grünen Blattgemüsen ist das Chlorophyll. Es gilt als hervorragender Blutreiniger und unterstützt wirksam die körpereigene Entgiftung. Sogar vor Schimmelpilzen und deren hochtoxischen Giften (den Aflatoxinen) kann das Chlorophyll die Zellen schützen.

Wie wirken Küchenkräuter im Körper?

Die Wirkungen von Küchenkräutern sind je nach Art ganz unterschiedlich. Da aber immer mehrere Stoffe gleichzeitig in einer Pflanze enthalten sind, wird ein breites Wirkspektrum erzielt. Auch verstärken und unterstützen sich viele sekundäre Pflanzenstoffe gegenseitig in ihrer Wirkung.

Die genannten Pflanzenstoffe wirken ausserdem in Kombination mit den ebenfalls enthaltenen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Auf diese Weise verfügen Küchenkräuter im Allgemeinen über eine

  • stark antioxidative,
  • entzündungshemmende,
  • entgiftende,
  • krebsbekämpfende,
  • immunsystemstärkende,
  • antimikrobielle und
  • verdauungsfördernde Wirkung.

Diese Eigenschaften zielen sodann auch bereits auf die häufigsten Erkrankungen der Menschheit ab. Gerade die chronischen Zivilisationskrankheiten entwickeln sich zumeist aus

  • übermässigem oxidativen Stress (Kräuter wirken antioxidativ),
  • chronischen Entzündungsprozessen (Kräuter wirken entzündungshemmend),
  • einem geschwächten Immunsystem (Kräuter stärken und entlasten das Immunsystem),
  • zu schwachen körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten (Kräuter unterstützen den Körper bei der Entgiftung),
  • Infektionen mit Bakterien, Pilze oder Viren, die den Körper aus dem Gleichgewicht bringen (Kräuter wirken antimikrobiell) sowie
  • einer beschädigten Darmschleimhaut und einer gestörten Darmflora (Kräuter helfen bei der Sanierung der Darmgesundheit).

Wie kann man Küchenkräuter einsetzen?

Am besten setzt man die oben genannten Küchenkräuter frisch ein. Natürlich schmecken sie teilweise auch getrocknet noch sehr gut, büssen dann aber an Aroma und auch an Heilwirkung ein.

Bekannte Rezepte

Die üblichen Verwendungsmöglichkeiten von Küchenkräutern kennen Sie natürlich. Man nimmt eine kleine Menge der frischen Kräuter, hackt oder schneidet sie und gibt davon 1 bis 2 Esslöffel in Dressings, Saucen, Dips, Kräuterbutter, Kräuterquark, Füllungen, Brotaufstriche, Eintöpfe, Suppen und in vieles weitere mehr. Verwenden Sie doch ab sofort einfach mehr Küchenkräuter für die altbekannten Rezepte und Einsatzgebiete! Und verdoppeln Sie die verwendete Menge!

Brot und Brötchen mit Küchenkräutern

Küchenkräuter passen jedoch auch in Brot und Brötchen. Mixen Sie dazu einfach 2 Handvoll frische Kräuter mit dem Wasser, das Sie für Ihr 500-g-Brot benötigen und mischen Sie es dann wie gewohnt mit den übrigen Zutaten.

Pfannkuchen und Crêpes mit Küchenkräutern

Genauso können Sie beim Teig für Pfannkuchen oder Crêpes vorgehen. Natürlich können die Kräuter auch fein gehackt in die jeweiligen Teige gerührt oder geknetet werden.

Pesto mit Küchenkräutern

Pesto kann man nicht nur aus Basilikum, sondern aus fast allen frischen Kräutern herstellen (z. B. hier das Rezept für Petersilienpesto). Auch eine Kräutermischung ist im Pesto sehr gut denkbar, wie beispielsweise bei diesem Pesto aus drei verschiedenen Kräutern (Dill, Schnittlauch, Petersilie und Knoblauch) in einer Basis aus Sesamöl.

Ein Pesto eignet sich nicht nur als Gewürz zum Verfeinern von Dressings, Dips und Saucen, sondern auch als Brotaufstrich zu einem kernigen Vollkornbrot.

Brotaufstriche aus Küchenkräutern

Als Basis für einen Kräuter-Brotaufstrich können Sie einen cremigen Seidentofu verwenden und diesen mit reichlich Küchenkräutern mixen, wie wir es in diesem Rezept zeigen.

Auch Hanfsaat und Hanföl, die beide mit reichlich Omega-3-Fettsäuren versorgen, können die Basis für einen Brotaufstrich bieten. Wir haben im passenden Rezept sogar 9 verschiedene Küchenkräuter verarbeitet.

Bratlinge mit Küchenkräutern

Küchenkräuter können auch in Bratlingsteige gemischt werden, etwa in einen Teig aus Haferflocken oder gemahlenen Sonnenblumenkerne. Mischen Sie einfach in Ihr Lieblingsrezept ab sofort auch gehackte Küchenkräuter, wie z. B. in diesen Quinoa-Bratlingen oder diesen Spinatbratlingen. Natürlich können Sie die dort verwendete Art der Kräuter nach Lust und Geschmack variieren und auch ganz nach Ihrem persönlichen Gusto die verwendete Menge erhöhen.

Gedünstetes Gemüse aus Küchenkräutern und Wildpflanzen

Küchenkräuter können auch wie Gemüse gedünstet werden. Wenn Sie als Basis für dieses Kräutergemüse mild schmeckende Wildpflanzen verwenden, wie Brennnesseln oder auch Wegericharten und dieses Gericht regelmässig essen, können Sie sich vermutlich die allermeisten Nahrungsergänzungsmittel sparen, da Wildpflanzen und Kräuter eine enorme Vitalstoffdichte aufweisen, die Sie mit Kulturgemüse nicht annähernd erreichen werden.

Mischen Sie für das Gemüse etwa 70 Prozent der milden Wildpflanzen mit 30 Prozent Küchenkräuter. Sie können dazu einfach etwas Öl in einen Topf geben, eine gehackte Zwiebel darin glasig dünsten, dann die gewaschenen und zerkleinerten Pflanzen und Kräuter dazugeben und in wenigen Minuten bei mittleren Temperaturen zerfallen lassen. Sie können mit Knoblauch, etwas Steinsalz, Pfeffer und Mandel- oder Hafersahne abschmecken und das Kräuter-Gemüse zu Kartoffeln, Pasta, Reis, Quinoa, Tofu oder was immer Ihnen einfällt servieren.

Füllung mit Küchenkräutern

Das gedünstete Kräuter-Gemüse kann auch sehr gut als Füllung für eine Lasagne oder für Pfannkuchen verwendet werden. Die mit der Hälfte des Gemüses gefüllten und aufgerollten Pfannkuchen könnten Sie sodann nebeneinander in eine Auflaufform legen, mit der anderen Gemüse-Hälfte bestreichen und mit veganem Käse im Ofen gratinieren.

Salate mit Küchenkräutern

Mischen Sie in Ihre Salate Küchenkräuter – und zwar so richtig üppig, z. B. einen halben Bund Petersilie, einen Bund Schnittlauch und einen Bund Dill. Schneiden Sie die Kräuter dabei sehr fein und mischen Sie sie zu Feldsalat oder einem anderen Blattsalat, gerne mit Tomaten, Gurken und anderem Gemüse. Ein Dressing aus einer Avodaocreme und Pinienkerne oder auch Walnusskerne als Topping runden den Kräutersalat ab. Kauen Sie den Salat gründlich. Sie werden überrascht sein, wie satt Sie sich anschliessend fühlen!

Smoothies mit Küchenkräutern

Grüne Smoothies sind längst ein alter Hut. Viele Menschen verwenden jedoch für ihre grünen Smoothies viel zu wenig grüne Blattgemüse. Oft werden nur wenige Blättchen Spinat verwendet. Ein grüner Smoothie sollte jedoch aus mindestens 50 g Grünzeug pro Person bestehen. Gerne kann die Hälfte oder mehr aus Küchenkräutern bestehen.

Ganz besonders köstlich und erfrischend schmecken Smoothies natürlich, wenn sie mit Zitronenmelisse oder Minze aromatisiert werden. Aber auch die Kombination aus Spinat oder Feldsalat (25 g) und Petersilie (25 g) harmoniert sehr gut, z. B. mit frisch gepresstem Orangensaft, 1 Banane und 1 EL Mandelmus.

Kaltsuppen mit Küchenkräutern

Kaltsuppen sind im Grunde nichts anderes als herzhafte grüne Smoothies, die man jedoch nicht trinkt, sondern aus einer Suppenschale löffelt. Als Basis eignet sich ganz hervorragend ein Gemüsesaft, den man gemeinsam mit einer Avocado und einer ordentlichen Menge Küchenkräuter in den Mixer gibt. Man kann mit Steinsalz und Pfeffer würzen und dazu knusprige Rohkostcracker knabbern.

Säfte mit Küchenkräutern

Sie können Küchenkräuter auch mit einer leistungsfähigen Saftpresse zu einem Saft pressen. Davon empfehlen wir jedoch, nicht mehr als täglich zwei bis drei Schnapsgläser zu trinken.

Da der Geschmack sehr stark ist, mischt man dazu am besten den Saft von beispielsweise Fenchel, Karotten, Selleriestangen, Äpfel, Orangen oder Ananas. Auf diese Weise erhält man dann auch die äusserst wertvollen Eigenschaften dieser zusätzlichen Zutaten.

Wenn Sie keine Saftpresse, aber einen Mixer besitzen, gehen Sie so vor: Mixen Sie die Küchenkräuter mit einem hochwertigen Bio-Saft und streichen Sie das Ergebnis anschliessend durch ein feines Sieb.

Limonaden aus Küchenkräutern

Während herkömmliche Limonaden und Softdrinks mit zu den ungesündesten Getränken zählen, die der Lebensmittelmarkt zu bieten hat, sind selbst gemachte Limonaden aus Küchenkräutern ein regelrechtes Superfood. Mixen Sie dazu in einem Liter Wasser etwa 10 g Kräuter – bevorzugt Zitronenmelisse oder Minze – und rühren Sie den Saft einer Zitrone und nach Wunsch ein gesundes Süssungsmittel (z. B. Stevia oder Yaconsirup) unter.

Wenn Sie Ihre Limonade lieber sprudelnd mögen, dann können Sie die Kräuter in nur einer kleinen Wassermenge mixen und mit Sprudelwasser auffüllen.

Die wichtigsten Küchenkräuter – Wirkungen, Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten

Nachfolgend beschreiben wir in aller Kürze die wichtigsten Eigenschaften, Wirkungen und Einsatzgebiete der weiter oben vorgestellten Küchenkräuter. Wenn Sie sich für Details zu den einzelnen Kräutern interessieren, finden Sie diese, wenn Sie den entsprechenden Links folgen.

Basilikum

Basilikum ist eines der bekanntesten Küchenkräuter aus der mediterranen Küche. Oft wird es nur im Zusammenhang mit Tomaten serviert, passt in Wirklichkeit aber in fast jede erdenkliche Rezeptur. Im Basilikum sind es u. a. seine ätherischen Öle (z. B. Linalool, Citral, Eugenol etc.), die sehr gut entzündungshemmend, antibakteriell, sogar schmerzstillend und auch krebsfeindlich wirken. Ja, die entzündungshemmende Wirkung soll gar vergleichbar sein mit jener von Cox-2-Hemmern, den schulmedizinischen Entzündungshemmern, die bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, wie z. B. Arthritis gegeben werden.

Zusätzlich ist im Basilikum der Pflanzenstoff Cineol enthalten, der schleimlösende und ebenfalls antibakterielle Eigenschaften aufweist, so dass Basilikum auch bei Atemwegserkrankungen (Erkältungen, Asthma und Heuschnupfen) lindernd wirkt.

Ein weiterer Stoff im Basilikum ist Estragol. Oft liest man, er sei gesundheitsschädlich. In den entsprechenden Studien hatte man jedoch das reine Estragol aus der Pflanze isoliert und den Versuchstieren hochkonzentriert verabreicht. Derartige Hochdosen nimmt man jedoch auch dann nicht zu sich, wenn man täglich drei oder vier Esslöffel gehackte Basilikumblätter essen würden. Auch sind im Basilikum noch viele weitere Stoffe enthalten, die u. U. die schädlichen Wirkungen eines Einzelstoffes kompensieren können.

Dill

Der Dill ist ein Verwandter des Fenchels. Man kennt ihn insbesondere als Gewürz für Gurkenzubereitungen aller Art. Im Grunde passt er jedoch in nahezu alle Salate, Smoothies, Dips und Saucen. In der Pflanzenheilkunde wird der Dill bei Blähungen und Appetitlosigkeit verordnet, da er sich so heilsam und regulierend auf das Verdauungssystem auswirkt.

Gartenkresse und Kapuzinerkresse

Kresse gilt – wie viele Küchenkräuter – als natürlicher Blutverdünner. Ihr hoher Gehalt an Antioxidantien soll dafür zuständig sein, dass die Thrombenbildung gehemmt wird und die Blutgefässe entspannt bleiben. Beides wirkt sich natürlich auch vorteilhaft auf hohen Blutdruck aus.

Die Scharfstoffe in der Kresse wirken ausserdem sehr gut entzündungshemmend und schleimlösend, so dass sie bei Erkältungen die Atemwege frei machen. Gleichzeitig gilt die Kresse – besonders die Kapuzinerkresse – als stark antibakteriell, so dass sie bereits in Präparaten gegen Harnwegsinfekte und grippale Infekte zum Einsatz kommt.

Die Kresse kann sehr leicht selbst gezogen werden. Auf der Fensterbank wächst in wenigen Tagen die Gartenkresse heran – und im Garten sät sich die Kapuzinerkresse sogar immer wieder selbst aus, wenn sie sich einmal etabliert hat.

Kerbel

Der süsslich-würzige Kerbel stammt ursprünglich aus Osteuropa und ist mit der Petersilie, dem Dill und dem Anis verwandt. Entsprechend ähnlich sind seine Einsatzgebiete. Meist wird der Kerbel zum Würzen von Suppen und Saucen, aber auch von Milchprodukten eingesetzt. Statt Quark und Frischkäse kann man jedoch auch wunderbar pürierten Seidentofu, weisses Mandelmus (mit Zitronensaft und etwas Salz gewürzt) oder veganen Frischkäse mit dem Kerbel und anderen Kräutern verfeinern. Mit dem Kerbel harmonieren sehr gut die Petersilie und der Estragon.

Dem Kerbel werden blutverdünnende Eigenschaften und eine insgesamt stärkende und vitalisierende Wirkung nachgesagt.

Koriander

Der Koriander (seine Blätter) wurde in der alternativmedizinischen Szene besonders durch seine angeblich entgiftende Wirkung bekannt. Er soll Schwermetalle, wie das hochgiftige Quecksilber sogar aus dem Gehirn mobilisieren können. Allerdings soll man den Koriander zu diesem Zweck nur in Kombination mit Chlorella und Bärlauch einsetzen, die beide das vom Koriander gelöste Quecksilber binden und auch ausleiten können. Andernfalls – so heisst es – könne sein, dass das gelöste Quecksilber weiter im Körper zirkuliert und zu Schäden führen kann. Daher wird geraten, Koriander nicht in zu grossen Mengen zu verwenden.

Des Weiteren hilft der Koriander bei Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Magenschmerzen, Völlegefühl), Infektionen und aufgrund seines hohen Antioxidantiengehaltes bei chronischen Entzündungskrankheiten, wie etwa Rheuma.

Oregano und Majoran

Oregano und Majoran gehören wie Basilikum zu den mediterranen Küchenkräutern. Der Oregano zählt dank seiner starken antimikrobiellen Wirkung zu den pflanzlichen Antibiotika und weist ausserdem pilz- und parasitenbekämpfende Eigenschaften auf, so dass er bei entsprechenden Beschwerden begleitend zu einer Darmreinigung eingesetzt werden kann.

Gleichzeitig wirkt der Oregano der Blutgerinnselbildung entgegen und gilt somit als natürlicher Blutverdünner. Wie alle Kräuter verfügt auch der Oregano über antioxidative Fähigkeiten, allerdings enthält er gar so grosse Mengen an Antioxidantien (Flavonoide und Phenolsäuren), dass er den dritten Platz in der Rangliste der stärksten antioxidativ wirksamen Lebensmittel einnimmt.

Sein hoher Gehalt an ätherischen Ölen macht den Oregano auch zu einem guten Hausmittel bei Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Der Majoran wirkt ähnlich wie der Oregano, jedoch nicht ganz so stark. Volksheilkundlich wird er bei Verdauungsproblemen eingesetzt.

Petersilie

Die Petersilie ist ein sog. Aquaretikum, was bedeutet, dass sie in der Naturheilkunde zur Durchspülung und Aktivierung der Harnwege und der Nieren verordnet wird, um Blasen- und Nierensteinen vorzubeugen. Während schulmedizinische Mittel zur Durchspülung häufig zu einem Kaliummangel führen können, versorgt die Petersilie den Körper sogar noch mit grossen Kaliummengen, ja, sie ist sogar von allen geläufigen Lebensmitteln jenes mit dem höchsten Kaliumgehalt.

Auch gegen Mundgeruch kann die Petersilie eingesetzt werden. Dazu kaut man einfach regelmässig eine Portion Petersilienblättchen wie ein Kaugummi. Gleichzeitig lindert diese Massnahme Sodbrennen und Völlegefühle.

Die Petersilie soll sogar krebserregende Stoffe, die aus der Luft in die Lungen gelangen (z. B. Tabakrauch), wieder neutralisieren und unschädlich machen können – ein Effekt, der dazu führt, dass die Petersilie in der Volksheilkunde zur Prävention von Lungenkrebs empfohlen wird.

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine grosse Heilerin. Dennoch wird sie von vielen Menschen aufgrund ihres erfrischenden Aromas täglich als Tee genossen. Besonders bei Magen-Darm-Beschwerden kommt die Minze zum Einsatz, da sie schädliche Bakterien eliminiert, Krämpfe lindert und Blähungen löst. Sie fördert ausserdem den Gallenfluss, entlastet so die Leber und beugt Gallensteinen vor.

Aber auch bei Kopfschmerzen ist die Pfefferminze ein altes und wirkungsvolles Heilmittel. Ihr ätherisches Öl soll hier sogar genauso gut schmerzstillend wirken wie herkömmliche Kopfschmerztabletten.

Klein gehackt in Salaten fast jeder Art ist die Pfefferminze eine Offenbarung. Sie verleiht jeder Rezeptur eine erfrischende Köstlichkeit, die kaum eine andere Zutat zu erreichen vermag.

Schnittlauch

Schnittlauch ist für die meisten Menschen eine so gewöhnliche Zutat, dass er in seiner Wirkung oft vollkommen unterschätzt wird. Denn in Wirklichkeit ist der Schnittlauch u. a. dank seiner Schwefelverbindungen ein grossartiger Blutreiniger und Schleimlöser. Er soll überdies den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker senken sowie Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen können.

Auch wirkt der Schnittlauch harntreibend und unterstützt so die Nieren- und Blasengesundheit. Die beiden Pflanzenstoffe Quercetin und Kaempferol machen den Schnittlauch ausserdem zu einer wertvollen Komponente in der Krebsprävention.

Beschränken Sie sich also künftig nicht auf einige wenige Schnittlauchröllchen zur Deko, sondern streuen Sie über Ihr Sandwich oder Ihren Salat die Röllchen gleich eines halben Schnittlauchbundes. 

Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse gilt als beruhigende Heilpflanze, die bei Schlafstörungen, dem Reizdarm-Syndrom, Schilddrüsenüberfunktion und sogar bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden kann. Meist wird die Zitronenmelisse in Form von Tee zubereitet. Oft ziert auch ein Blättchen Zitronemelisse das eine oder andere fruchtige Dessert.

Dabei könnte man die Melisse auch kleingeschnitten in Obstsalate oder Cremespeisen geben. Genauso gut schmeckt sie in frischen Kräutersalaten und natürlich in grünen Smoothies.

Können Küchenkräuter in der Schwangerschaft verwendet werden?

Auch in der Schwangerschaft können Küchenkräuter eingesetzt werden, allerdings hier in den küchenüblichen niedrigeren Mengen (1 – 2 EL pro Tag) oder als Tee, da manche der enthaltenen Stoffe die Gebärmutter stimulieren können, was zu Krämpfen oder Blutungen führen könnte.

Können auch Kinder Küchenkräuter essen?

Bei Kindern sollte man Küchenkräuter natürlich in geringeren Mengen verwenden. Hier ist es ideal, wenn man Kindern die Kräuter separat in einem Schälchen anbietet, so dass sie sich selbst bedienen können, wenn sie möchten. Man sollte Küchenkräuter also nicht in Kinder-Smoothies mischen, da dort der natürliche Kräutergeschmack durch Früchte, wie Bananen gepuffert wird, körpereigene Warnmechanismen übergangen werden und daher versehentlich zu viel der Kräuter verzehrt werden könnte.

Meist aber beziehen sich Warnungen vor Kräutern auf hochkonzentrierte Präparate, wie etwa die reinen ätherischen Öle, die man bei Kindern jedoch innerlich gar nicht und äusserlich, wenn überhaupt, so nur sehr sparsam einsetzt.

Kann man Küchenkräuter verwenden, wenn man Medikamente einnimmt?

Da manche Küchenkräuter – gerade wenn man sie üppig in den Smoothie gibt – auch eine „blutverdünnende“ Wirkung haben können, sollten man sie, wenn man regelmässig blutverdünnende Arzneimittel einnehmen muss, nur in den küchenüblichen Dosierungen verwenden und keine grösseren Mengen verarbeiten und verzehren.



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