Experten raten zu frühzeitiger Behandlung

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Wer an Heuschnupfen leidet, sollte frühzeitig einen Allergologen aufzusuchen, um Klarheit über die Ursache der Symptome zu bekommen und die richtige Therapie einzuleiten.

Niesattacken, Schnupfen mit verstopfter Nase, ein unangenehmer Juckreiz im Hals oder tränende und brennende Augen. Für Millionen von Deutschen gehören diese Symptome zum Alltag, sobald die ersten Blüten zu blühen beginnen. Diagnose: Volkskrankheit Heuschnupfen. Etwa jeder sechste Mensch in Deutschland leidet unter den Symptomen. Prof. Dr. Martin Wagenmann, Heuschnupfenexperte am Universitätsallergiezentrum und Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD), rät allen Betroffenen, sich frühzeitig behandeln zu lassen.

Am 13. April wird mit dem Allergieinformationsdienst ein onlinebasiertes Informationsportal rund um das Thema Allergien freigeschaltet.

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Heuschnupfen (medizinisch: allergischer Schnupfen) gilt als die häufigste Allergie weltweit. Anders als es der Name vermuten lässt, sind Betroffene aber weder gegen Heu allergisch, noch sind sie chronisch erkältet. Die Bezeichnung allergischer Schnupfen ist tatsächlich ein Überbegriff für alle Schnupfenarten, die auf eine allergische Reaktion zurückzuführen sind – ausgelöst werden sie durch Allergene in der Atemluft. Bei Heuschnupfenallergikern sind das Blütenpollen von Bäumen, Kräutern oder Gräsern, die über die Luft mit den Augen und den Atemwegen in Berührung kommen. Das wichtigste ganzjährig vorkommende Allergen sind Hausstaubmilben, etwas seltener kommen darüber hinaus Allergien gegen Schimmelpilze oder Tierhaare vor.

Ein erhöhtes Risiko, an Asthma und weiteren Allergien zu erkranken

Treten die typischen Heuschnupfensymptome auf, sollten sich Betroffene umgehend genauer untersuchen lassen. „Viele Menschen glauben, dass sie die Symptome ertragen müssen und irgendwie aussitzen können. Aber auch wenn die Beschwerden zum Beispiel mal nicht so stark sind, sollte man sie auf keinen Fall ignorieren“, warnt UKD-Heuschnupfenexperte Martin Wagenmann.

„Pollenallergiker haben ein erhöhtes Risiko, an Asthma und weiteren Allergien zu erkranken. Gezielte Behandlung ist also nicht nur wichtig, um akut die Beschwerden zu lindern: Wer gar nicht behandelt oder verschriebene Medikamente nur dann einnimmt, wenn es gerade besonders schlimm ist, läuft Gefahr, dass sich die Allergie noch verschlimmert oder weitere Allergien gegen andere Stoffe entwickelt werden. Dem gilt es vorzubeugen. Das geht aber nur, wenn die Ursache der Symptome klar ist.“

Hyposensibilisierung als langfristige Behandlung

Der Fachmann rät daher, frühzeitig einen Allergologen aufzusuchen, um Klarheit über die Ursache der Symptome zu bekommen und die richtige Therapie einzuleiten. Martin Wagenmann erklärt: „Nach der Diagnose geht es im ersten Schritt darum, akut die Symptome zu lindern. In den meisten Fällen helfen da zum Beispiel Nasensprays, die Kortison enthalten und wieder von den Krankenkassen übernommen werden. Ein wichtiges Standbein in der langfristigen Behandlung des allergischen Schnupfens ist aber die Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt.“

Am Universitätsallergiezentrum wird den Patientinnen und Patienten dabei über einen längeren Zeitraum der Stoff zugeführt, gegen den sie allergisch sind. So wird der Körper langsam an die Substanz gewöhnt. Gerade bei Gräser- und Baumpollen lässt sich bei einem Großteil der Patienten die Allergie damit soweit zurückdrängen, dass ein nahezu beschwerdefreies Leben möglich ist.

Aktuell sind es vor allem die Pollen der Birke, die den Allergikern das Leben schwermachen. In den Sommermonaten treten dann zumeist Pollen von Gräsern und Roggen in Erscheinung.

 
Quelle: UKD, 15.04.2019





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