Experten fordern verschärfte Hygienemaßnahmen

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Die Angaben zu Sterbefällen aufgrund nosokomialer Infektionen schwanken zwar, sie werden aber auf mehrere Tausend geschätzt. Um das Bewusstsein für durch Spitalskeime verursachte Infektionen zu stärken, veranstaltete die Semmelweis Foundation am 12. und 13. März bereits zum dritten Mal die CEE Konferenz für Spitalshygiene und Patientensicherheit in Wien.

Knapp 40 nationale und internationale Experten/-innen und 300 Konferenzteilnehmer/-innen diskutierten an zwei Tagen über Krankenhaushygiene. Um die gesamtgesellschaftliche Problematik der Krankenhaushygiene in den Griff zu bekommen, bedarf es verschärfter Hygienemaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesundheit kann zu der Verbesserung des Status quo beitragen. Deshalb war Vernetzung der Disziplinen das Leitthema der diesjährigen Konferenz, die unter dem Motto „Silo Busting – We urgently need more interdisciplinarity in our fragmented healthcare system“ stand.

Wir müssen reden!

„Um das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit für die Relevanz von Krankenhaushygiene zu schärfen, braucht es den Schulterschluss von Entscheidungsträgern/-innen in Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft. Unsere Foundation wird sich auch künftig dafür einsetzen, dass nosokomiale Infektionen, Antibiotika-Resistenzen und Infektionsprävention in Spitälern thematisiert werden“, sagte Dr. Bernhard Küenburg, Präsident der Semmelweis Foundation, in seiner Eröffnungsrede.

Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) geht beim Schutz vor multiresistenten Erregern seit Jahren deutlich über die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes hinaus. Patienten am UKD werden bei der Aufnahme nach einem festen Schema auf Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)-Bakterien untersucht.

 

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Nationale und internationale Branchenexperten/-innen diskutierten im Rahmen der zweitägigen CEE Konferenz für Spitalshygiene und Patientensicherheit mit knapp 300 Teilnehmern/-innen über Infektionsprävention und Krankenhaushygiene. Neben Prof. Didier Pittet, Leiter des WHO-Programmes „Clean Care is Safer Care“ und Koryphäe auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene, war auch Dr. Fred Tenover, beratender Professor der Pathologie an der Stanford Universität, unter den Vortragenden des zweiten Konferenztages.

Agieren statt reagieren

Die zweite CEE Konferenz, die 2017 in Budapest stattfand, beschäftigte sich mit der Kommunikation als Schlüssel für Infektionsprävention und -kontrolle. Nach wie vor führen hierarchische Organisationsstrukturen innerhalb von Krankenhäusern dazu, dass neue Arbeitsmethoden sich nicht durchsetzen können. „Es gibt keine Vernetzung ohne Vertrauen – zwischen verschiedenen Abteilungen in Krankenhäusern, aber auch zwischen Patienten/-innen und Ärzten/-innen. Die Konferenz leistet einen Beitrag dazu, das Bewusstsein für eine verbesserte Kommunikation zwischen den Parteien zu stärken“, betonte Prof. Alexander Friedrich vom University Medical Center Groningen.

Weg vom Schubladen-Denken

Dr. Bernhard Küenburg, Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, und Dr. Michael Binder, Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes, plädierten für mehr Aufklärung dieser Problematik. Schubladen-Denken sei eine der größten Herausforderungen in der Gesundheitspflege: Arbeiten Abteilungen nicht zusammenarbeiten, wirke sich das auf die Qualität der Versorgung innerhalb eines Krankenhauses aus – was schließlich Patienten/-innen betreffe. Interdisziplinarität in der Spitalshygiene sei daher essenziell, um Gesundheitspflege in hoher Qualität zu gewährleisten. Die nächste CEE Konferenz für Spitalshygiene und Patientensicherheit findet 2021 statt.

Weitere Details zur Semmelweis Foundation und zur Konferenz finden Sie hier.

Quelle: Semmelweis Foundation   





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