Armutsrisiko für Familien mit Kindern besonders hoch

0


Es ist nur wenige Generationen her, als Kinderreichtum auch in materieller Hinsicht Reichtum bedeutete. Denn Kinder waren Arbeitskraft. Besonders in der Landwirtschaft. Wer viele Kinder hatte, um den haben sich im Alter auch viele Hände und Herzen gekümmert.

Heute ist das andersherum. Wer viele Kinder hat, muss auf Vieles verzichten. In der Tat ist das Armutsrisiko bei kinderreichen Familien am höchsten. Kinder sind teuer geworden, brauchen viele Jahre für Schule, Ausbildung und Studium.

Auch das deutsche Steuer- und Rentensystem benachteilige kinderreiche Familien. Zu diesem Schluss kam auch eine kürzlich erschienene Studie der Bertelsmann-Stiftung [siehe Berichte »Handelsblatt«, »GMX-Nachrichten«]. Die Autoren der Studie halten unser derzeitiges Rentensystem für »familienfeindlich und nicht demografiefest«. Sie fordern eine Umstrukturierung zugunsten kinderreicher Familien und zulasten kinderloser Singles und Paare.

Eine neue Studie des »Familienbundes der Katholiken« und des »Deutschen Familienverbandes« zeigt zudem, dass das Armutsrisiko für Familien mit drei oder mehr Kinder immer weiter ansteigt. Auch hier kommt man zu dem Schluss, dass das Steuer- und Abgabensystem das Leben der kinderreichen Familien erschwere [siehe Bericht »Welt-Online«]. Bereits ein Bruttoeinkommen von 35.000 Euro wäre zu wenig. Eine Familie mit 35.000 Euro brutto würde nach Abzug aller Steuern und Abgaben eine Nettoeinkommen haben, dass rund 200 Euro monatlich unter dem Existenzminimun liegt.

Klar ist: Eine Gesellschaft ohne Kinder stirbt aus. Oder sie muss sich durch Migration verjüngen. Sind das wirklich die einzigen Alternativen? Wäre es nicht besser, dafür zu sorgen, dass die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen? Die Gesamtbevölkerungszahl muss ja nicht wachsen. 82 Millionen Einwohner sind schon viel. Aber sie muss auch nicht in allzu hoher Geschwindigkeit schrumpfen.

Man sagt: Die Kinder sind die Zukunft. Gilt die alte Binsenweisheit nicht mehr? Hier wäre in Deutschland womöglich eine Grundsatzdiskussion vonnöten. Denn um Kinder zu erziehen, braucht es auch Mütter. Und die werden immer mehr ins Berufsleben gedrängt oder vor die Wahl zwischen Familie und Karriere gestellt.



Quelle

Bemerkungen