Karate-Vorwurf, Verwässerter Schutz, Strategien der Kandidaten

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1. Trumps perfider Umgang mit Medien
(taz.de, Peter Weissenburger)
Bei einem Pressekonferenz mit Donald Trump kam es zum Eklat: Nachdem der CNN-Korrespondent Jim Acosta einige unbequeme Fragen gestellt hatte, wollte ihm eine Praktikantin das Mikrophon entwinden, was dieser nicht zuließ. Acosta wurde danach seine Akkreditierung entzogen. Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders veröffentlichte zur Begründung einen Filmmitschnitt, der zeigt wie Acosta der Praktikantin angeblich eine Art Handkantenschag verpasst. Das Video stammt von der ultrarechten Webseite „Infowars“ und wurde zur Effektverstärkung manipuliert.
Weiterer Lesehinweis: Bei „t-online.de“ gibt es einen Beitrag, der nicht nur den Ablauf schildert, sondern auch die verschiedenen Videos gegenüberstellt: „Weißes Haus postet Video von Verschwörungsseite“

2. Urheberrecht: Ärger im EU-Parlament über verwässerten Schutz für Künstler
(netzpolitik.org, Alexander Fanta)
Bei der großen Urheberrechtsreform der EU ging es auch um den Schutz von Kunstschaffenden vor unfairen Verträgen und Ausbeutung. Wie sich nun herausstellt, wurden diese Passagen bei Geheimgesprächen still und heimlich gestrichen. Entsprechend sauer reagieren nun einige Parlamentarier. Tiemo Wölken (SPD) schreibt: „Viele Kolleginnen und Kollegen haben dem Parlamentstext am Ende nur zugestimmt, weil die Bestimmungen den Schutz der Künstlerinnen und Künstler klar verbessert haben. Eine Verwässerung dieser Bestimmungen, die der Berichterstatter Voss bereit ist im Trilog einzugehen, wird zur Folge haben, dass die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten am Ende nicht mehr zustimmen können.“

3. Nur sieben Monate nach Start: Chefredakteurinnen verlassen Watson.de – Arne Henkes übernimmt
(meedia.de, Marvin Schade)
Als der Werbevermarktungs-Riese Ströer vor sieben Monaten das Jugendportal „Watson.de“ übernahm, besetzte er die Chefredaktion mit zwei erfahrene Profis: Gesa Mayr kam vom „Spiegel Online“-Ableger „Bento“, Anne Kathrin Gerstlauer stieß von „Zeit Campus“ hinzu. Nun verlassen beide Chefredakteurinnen das Unternehmen. Als Grund gibt Gesa Mayr auf ihrer Facebookseite die „unterschiedliche Auffassung der Ausrichtung der Redaktion“ an.

4. Merkel-Nachfolge: Die Medienstrategien der Kandidaten
(ndr.de, Aimen Abdulaziz-Said und Sabine Schaper)
Das TV-Magazin „Zapp“ hat sich angeschaut, mit welchen Medienstrategien um die Merkel-Nachfolge gerungen wird. Vor allem Friedrich Merz gehe recht trickreich vor. Er habe sein Comeback mit Hilfe einer Frankfurter Agentur als geschickten PR-Coup gestaltet. Spahns Kandidatur sei im Vergleich zu Merz hingegen verpufft. Annegret Kramp-Karrenbauer habe anfangs im medialen Abseits gestanden. Ihre Zurückhaltung müsse jedoch kein Nachteil sein, so ein kommentierender „Spiegel“-Journalist.

5. Große Freiheit
(sueddeutsche.de, Ronen Steinke)
„Lichtblick“ heißt die Gefangenenzeitung, die seit 50 Jahren aus der größten deutschen Haftanstalt, Berlin-Tegel, berichtet. Vier bis sechs Mal schreiben hier Gefangene für Gefangene unzensiert und legen sich dabei auch schon mal mit Ministern und Senatoren an. Stolze 5.000 Ausgaben des „Lichtblicks“ werden gedruckt und finden auch Leser außerhalb der Gefängnismauern. Das Abonnement ist kostenlos, dank Werbeanzeigen von Anwälten.

6. Verschwende deine Jugend
(zeit.de, Josa Mania-Schlegel)
Ein Dokumentarfilm über eine YouTube-Clique hat den Hauptpreis des Leipziger Dok-Filmfestivals gewonnen und gleichzeitig einen Skandal ausgelöst. In „Lord of the Toys“ reden die Protagonisten in einer Art rassistischem und rechtsextremen Jugendslang miteinander. Worte wie „Jude“ und „Schwuchtel“ würden z.B. als alltägliche Schimpfworte benutzt. Den Filmmachern wird nun vorgeworfen, dies abgefilmt, aber nicht kommentiert zu haben.

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