Berliner Innensenator mogelt sich Statistik schön

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Ob es wirklich Winston Churchill war, dem man das geflügelte Wort vom Glauben nur an die Statisitk, die man selbst gefälscht hat, zu verdanken hat, ist bei Wissenschaftlern umstritten. Vielmehr scheint es so, als dass der deutsche Bischof Otto Dibelius erstmals 1967 wortwörtlich dieses Zitat nutzte. Erst in den 1980er-Jahren wurde Churchill lange nach seinem Tod mit diesem Ausspruch in Verbindung gebracht.
Wie dem auch sei, auch heute noch scheint dieses geflügelte Wort von seinem Wahrheitsgehalt nichts eingebüßt zu haben.
Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat vor einem Jahr aufgrund der massiven Kriminalitätsfälle rund um den Berliner Alexanderplatz eine Ermittlungsgruppe »Alex« ins Leben gerufen. Diese, so Geisel im Rahmen der jüngst veröffentlichten Vorstellung Kriminalitätsstatistik am Alexanderplatz, sei eine Erfolgsgeschichte. Allerdings fehlen in der vorgestellten Statitstik jede Menge Straftaten, wie der Berliner Kurier berichtet. Geisel, so der Titel des Berichtes, trickse sich den Alex schön.
Zahlen, die den von Geisel erwähnten Rückgang belegen, würden fehlen, heißt es im Kurier. Fast 50 stattgefunden habende tätliche Angriffe gegen Polizisten werden in der veröffentlichten Statistik im Gegensatz zur polizeilichen Erfassung aller Straftaten am Alexanderplatz gar nicht erst erwähnt. Die um rund ein Drittel gestiegene Zahl der Sachbeschädigungen gegenüber dem Vorjahr fehlt in der Statistik ebenfalls komplett.
Vor allem das Verschweigen der Angriffe gegen die Polizisten sorgt für Unmut. Jörn Badendick, Sprecher des Berufsverbandes »Unabhängige in der Polizei« wird deutlich: »Wenn Innensenator Andreas Geisel Angriffe auf Polizeibeamte verschweigt, um fehlende Erfolge in der Innenpolitik zu kaschieren, ist er als oberster Dienstherr aller Berliner Polizisten untragbar.«
In der kommenden Woche soll die Alex-Affäre Thema im Innenausschuss werden.



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