Interstellarer Besucher: ‚Oumuamua in Wahrheit ein außerirdisches Sonnensegel?

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Problem dabei: Selbst in den besten Instrumenten wurde kein Hinweis auf ausgasende Stoffe gefunden, zudem änderte sich die Eigenrotation des Himmelskörpers nicht – was zu erwarten wäre, wenn wie bei einem echten Kometen an allen Ecken und Enden Gasjets auftreten.

In ihrem Paper rechnen Bialy und Loeb ihr Gedankenspiel durch. Wenn der interstellare Besucher in Wahrheit aufgebaut ist wie ein Sonnensegel, das vom Strahlungsdruck der Sonne leicht abgelenkt wurde, dürfte er aus einer Folie von nur 0,3 bis 0,9 Millimeter Dicke bestehen. In ihrem Szenario wurde, was wir als »’Oumuamua« kennen, von einer fremden Zivilisation als Antrieb genutzt und dann aufgegeben. Seitdem bewegt sich das Stück Weltraumschrott durchs All. Die unterwegs aufgesammelte Materie verlieh ihm seine rötliche Farbe. Laut Bialy und Loeb würden auch derart dünne Folien eine Reisestrecke von über 16 000 Lichtjahren überstehen, ohne auseinanderzufallen. Das ist weit genug, um einen beachtlichen Teil der Milchstraße zu durchqueren.

Dass ‚Oumuamua kein Weltraumschrott ist, sondern im Gegenteil mit Absicht zur Sonne geschickt wurde, lässt sich freilich genauso wenig ausschließen. Immerhin scheint das Objekt bei seiner Passage nicht »nach Hause gefunkt« zu haben: Von dem Objekt gingen keine messbaren Radiowellen aus. Antwort könnte sein genaues Aussehen liefern; Fotos des Objekts zu schießen, war jedoch leider nicht möglich und wird angesichts seiner schnell größer werdenden Entfernung auch nicht mehr möglich werden.

Darum wird man auch nie mit Sicherheit belegen können, dass es sich bei dem ersten interstellaren Besucher, den die Menschheit entdeckte, nicht um ein Stück außerirdischer Technik handelte. Sollten den Forschern aber künftig noch mehr derartige Objekte ins Netz gehen, wird sich zeigen, ob die unerklärliche Bahnabweichung nicht doch eine ganz natürliche Erklärung findet.

Update 06.11.: Der Beitrag wurde um den Hinweis ergänzt, dass Abraham Loeb am »Sonnensegel«-Projekt Breakthrough Starshot beteiligt ist.



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