touristik aktuell | Mallorca: Nicht noch mehr Gäste im Sommer

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Erstmals nach acht Jahren gehen die Besucherzahlen auf Mallorca in der Hauptsaison zurück. Was in der Hotel- und Mietwagenbranche der Insel durch fehlende Reservierungen seit dem Frühjahr beklagt wurde, bestätigt nun auch die offizielle Statistik. So verringerte sich etwa im Monat Juli die Zahl der deutschen Besucher um knapp acht Prozent auf rund 650.000 Urlauber.

Während die Hoteliers klagen und für den Rückgang auch die zur Hauptsaison verdoppelte Touristensteuer verantwortlich machen, gibt sich die balearische Tourismusministerin Bel Busquets gelassen. „Wenn die Buchungen während der Hochsaison zurückgehen, liegt das an den konkurrierenden Zielen wie Griechenland, Türkei und Ägypten“, so die Politikerin. Diese Länder hätten ein deutlich geringeres Lohnniveau und großes Interesse, mit niedrigen Preisen die lange Krise hinter sich zu lassen. „Wir sind zum Teil doppelt so teuer wie die Türkei.“

Die balearische Regierung hat ihre Ziele in der Tourismuspolitik ohnehin anders definiert. Nachdem der sommerliche Urlauberandrang in der Vergangenheit die Grenzen der Insel-Ressourcen gezeigt hat und vereinzelt Anti-Touristen-Proteste laut wurden, sollen die Ströme gleichmäßiger verteilt werden. Längst sieht man in der Werbung nur Gäste, die von den Vorzügen Mallorcas im Winter schwärmen. Der ohnehin in der Nebensaison ermäßigte Satz der Touristensteuer wurde nicht erhöht, so dass sie im Winter ein Viertel niedriger ausfällt.

„Im Sommer wollen wir die Spitzenwerte senken, weil wir nicht so viele Urlauber in so kurzer Zeit gleichzeitig aufnehmen können“, sagt Busquets. Die Gäste sollten sich wohlfühlen, die Infrastruktur müsse ausreichen, auch die Arbeitsbedingungen der Tourismusangestellten müssten stimmen. Die Hoteliers überzeugen solche Argumente wenig. Sie fürchten Wettbewerbsnachteile und wollen die Früchte ihrer hohen Hotel-Investitionen ernten.

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