Tony Blair wettert wieder gegen Brexit und sieht Chance für neues Referendum

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Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat sich wieder in die Politik eingemischt. Diesmal handelt es sich um Statements zum Brexit. Er sieht eine 50:50-Chance, dass es zum Brexit noch ein weiteres Referendum geben wird [siehe Bericht »Reuters«]. Er geht davon aus, dass die Haushaltspolitik von Theresa May im Unterhaus keine ausreichende Mehrheit bekommt. Dann sitzt die Regierung in der Klemme – das wäre die Chance für alle EU-Fanatiker, den Brexit doch noch zu stoppen.
Tony Blair liebt es, immer wieder die Folgen des Brexit für Großbritannien in finstere Worte einzukleiden. Die britischen Mainstream-Medien nehmen solche Blair’schen Schwarzmalereien gerne auf. Jetzt warnt er davor, dass der Brexit dem Dienstleistungs-Sektor Großbritanniens schaden könnte [siehe Bericht »The Guardian«]. Das schreckt natürlich die »City of London« auf, und damit ist nicht die Stadt London gemeint, sondern der quasi-unabhängige Finanzdistrikt in der Haupstadt, der wie ein Staat im Staate seine eigenen Ziele verfolgt. Was interessiert die Banker in der »City of London«, was die Landsleute auf dem platten Land denken?
Wie »Express« berichtete, hat sich nun Tony Blair mit einem dramatischen Appell an die Labour Party gewandt. Er fordert von der sogenannten Arbeiterpartei, die keine Arbeiterparte mehr ist, den Brexit zu blockieren und doch noch ein neues Referendum zu erzwingen. Das ist Blairs Vorstellung von Demokratie: ein Referendum so lange zu wiederholen, bis es nach dem Geschmack des Establishments ausfällt. Was schert sich ein Blair um das Votum und die Sorgen der englischen Bürger? Beim Irak-Krieg hat es ihn auch nicht interessiert, was die Mehrheit der Briten darüber dachte. Jetzt scheint es nicht anders zu sein. Blair bleibt eben Blair: ein alter Mann mit alten Ideen.



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