Stoiber sieht Zuzug von Deutschen als Grund für CSU-Absturz

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Bayerns vormaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber ist für seine verbalen Besonderheiten mehr berüchtigt als bekannt. Einer dieser Höhepunkte: die Transrapid-Rede vom 21. Januar 2002. Doch selbst wenn Stoiber politisch schon lange nicht mehr im Amt ist, seine steilen Thesen und sprachlichen Verwicklungen haben sich in all den Jahren nicht um ein Jota gebessert.
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Bayern stehen die Vorzeichen für die CSU sehr schlecht. In Umfragen wird sie aktuell mit 33 Prozent gehandelt. Das wäre nach 1950 das historisch schlechteste Ergebnis und entspreche einem Stimmverlust von fast 15 Prozentpunkten gegenüber der vorhergehenden Wahl aus 2014. Schuld an diesen Zusammenbruch seien aber weder die Seehoferschen Wendehalsmanöver in den letzten Monaten noch die Södersche Unfähigkeit, die Truppe auf Kurs zu bringen. Schuld am Niedergang der CSU, so Stoiber, seien die Zuwanderer aus Deutschland, die in Massen nach Bayern gekommen sind.
Wörtlich sagte Stoiber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Aus allen Teilen Deutschlands sind in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million Menschen zu uns kommen. Und nicht jeder von ihnen kann wissen, welchen großen Anteil die CSU am Erfolg Bayerns hat.« Diese Menschen seien aufgrund des wirtschafltichen Erfolges nach Bayern gekommen, ist sich Stoiber sicher.
Dass der wirtschaftliche Erfolg Bayerns möglicherweise aber diesen wirklichen Fachkräften, Hochschulabsolventen und Akademikern zu verdanken ist (sie können, anders als die Merkel-Migranten, echte und beglaubigte Geburtsurkunden und Zeugnisse vorlegen), auf diesen wohl eher der Realität entsprechenden Umkehrschluss kommt Stoiber nicht.



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