Missbrauchskandal: Verein ehemaliger Heimkinder erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung

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In einer Stellungnahme erhebt der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. schwere Vorwürfe gegen die Katholische Kirche und die Bundesregierung.

Bei der jüngsten Studie würden zwar 3677 Fälle von sexueller Gewalt genannt, doch gleichzeitig eingeräumt, dass es sogenannte „Dunkelziffern“ gebe. Auffällig sei zudem, dass in den Pressemitteilungen zu dieser Studie das Thema „Entschädigung“ nicht vorkomme, so der Verein.

Mit Nachdruck müsse darauf hingewiesen werden, dass nicht nur die katholische Kirche sich ihrer Verantwortung stellen müsse, sondern ebenfalls die evangelische Kirche, die öffentliche Hand auf Landes- und Bundesebene sowie weitere involvierte Einrichtungen, Institutionen und auch Unternehmen und Konzerne.

Seit 2016 sei bekannt, dass es in Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe, in den Kinder- und Jugendpsychiatrien neben den bekannten Missbräuchen, wie sexueller, psychischer und physischer Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Sedierungen der Kinder in großem Stil, die Nutzung der Schutzbefohlenen für Medikamententestungen, die Durchführung riskanter Behandlungen mit triebdämmenden Mitteln, die Anwendung innovativer Operationstechniken am Gehirn mit fatalem Ausgang sowie die weit verbreitete Anwendung schmerzhafter und psychisch belastender Untersuchungstechniken (Pneumenzephalographie) ohne ausreichende Indikation durchgeführt wurden.

Weiter heißt es in der Stellungnahme:

„In diesem Jahr wurden im Zusammenhang mit entsprechenden Recherchen Todesfälle, die dadurch verursacht wurden, im Frankfurter Raum aufgedeckt. Diese Todesfälle sind belegbar und ein ehemaliger Arzt, der auch am Kindereuthanasieprogramm der Nazis mitgewirkt hat, ist dafür verantwortlich.

Eine kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE an die Bundesregierung zeigt deutlich die Haltung, die diese bezüglich einer Aufklärung einnimmt. Belegbar ist eine in Säuglings- und Kinderheimen durchgeführte Studie, die von dem damaligen Bundesgesundheitsamt in Auftrag gegeben wurde. Die Bundesregierung weiß von diesen Vorfällen angeblich nichts und ist auch nicht bereit, an der Aufklärung mitzuwirken. Jedoch wurden die Medikamentenstudien an Menschen in der ehemaligen DDR ausführlich untersucht. Unter dem Vorwand, dass die DDR ein Unrechtsystem war und die BRD nicht, schließt man eine Aufarbeitung dieser und möglicher weiterer Fälle seitens der Bundesregierung aus.“

Der Verein ehemaliger Heiminder e.V. fordert alle beteiligten Institutionen auf, für eine voll umfängliche Aufarbeitung zu sorgen. Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. fordert die Bundesregierung auf, die Pharmakonzerne zur Mitwirkung zu verpflichten und die Rolle der Bundesregierung die sie zu entsprechenden Zeiten hatte aufzuarbeiten. Es ist einfach, auf andere zu zeigen und als Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung Forderungen an andere, in diesem Fall an die Katholische Kirche zu stellen.



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