touristik aktuell | Schmetterling: Reisebüro-Beirat fordert elf Prozent Provision

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„Zehn Prozent ab der ersten Buchung ist nicht klug.“ Diese kürzlich getätigte Aussage von Hubert Kluske, Vertriebs- und Marketing-Chef von TUI Deutschland, schlug in der Branche hohe Wellen. Andre Bruns, Sprecher des Schmetterling-Reisebüro-Beirates und Vertreter von mehr als 2.000 Reisebüros, dreht den Spieß jetzt um. Er fordert für Reisebüros mindestens elf Prozent Provision ab der ersten Buchung.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat der Schmetterling-Reisebüro-Beirat eine Kampagne unter dem Hashtag „#11plus“ gestartet. Der Beirat fungiert als Schnittstelle zwischen der Geschäftsführung der Schmetterling-Kooperation und ihren Mitgliedern. „Seit Jahren müssen Reisebüros eine effektive Provisionskürzung fast aller Veranstalter widerstandslos hinnehmen“, meint Bruns. Auch die großen Reisebüro-Kooperationen hätten daran nicht viel ändern können.
 

Umdenken in der Branche

Bruns, der als Inhaber des Reisebüros Höhenflug Reisen in Osnabrück auch seit 15 Jahren im TUI-Inhaberbeirat sitzt, fordert deshalb ein Umdenken in der Branche. Reisebüros müssten sich gegen diesen Trend zur Wehr setzen. Mit der neuen Kampagne soll eine Diskussion über die Zukunft des Reisevertriebs aus Sicht des Reisebüros angestoßen werden. „Ich suche keine Konfrontation“, meint Bruns. Es gebe unter den Reisebüros aber sehr viel Frust.

Der Reisebüro-Inhaber fordert zudem die Reisebüro-Kooperationen auf, sich der Kampagne „#11plus“ anzuschließen und sieht insbesondere seine eigene Schmetterling-Kooperation, die der Reisebüro-Allianz QTA angehört, in einer „besonderen“ Verantwortung. „Herr Bösl als Sprecher der größten Reisebüro-Allianz in Deutschland muss dieses Thema mit uns ernsthaft diskutieren und Lösungen erarbeiten“, fordert Bruns.
 

Reisebüros sind in der Pflicht

Er sieht aber auch andere Reisebüro-Kollegen in der Verantwortung. „Wir selbst müssen auch umdenken“, ist Bruns überzeugt. Kein ordentlicher Kaufmann könne Produkte verkaufen, die für ihn nicht auskömmlich seien. Es könne niemand ernsthaft darüber nachdenken, beispielsweise L’Tur-Produkte für eine Provision von fünf Prozent zu verkaufen.

Es sei fast schon ein Hohn, dass Reisebüros ihre Margen mit Service-Entgelten erhöhen sollen. „Es kann nicht Aufgabe der Reisebüros sein, das Versagen der Veranstalter, den Vertriebspartnern eine auskömmliche Provision zu zahlen, dadurch kompensieren zu müssen“, so der Sprecher des Schmetterling-Reisebüro-Beirats.

 



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