Salvini: Ausbeutung der Einwanderer in der Landwirtschaft beenden

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Ein tragischer Unfall bestimmt in Italien die Politik. 16 Erntehelfer sind bei einem Verkehrsunfall im süditalienischen Foggia am Montag den 06.08. gestorben. Nur zwei Tage davor geschah ein ähnlicher Unfall, bei dem vier afrikanische Einwanderer starben.

Von Alexander Markovics

Ghettos für Erntehelfer

In Italien arbeiten jedes Jahr tausende Erntearbeiter unter miserablen Bedingungen. Sie kommen aus Afrika, aber auch aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Für wenige Euro pro Stunde arbeiten sie auf den Feldern Süditaliens, ihre Unterkünfte bestehen aus verfallenen Baracken. Da kein öffentliches Transportsystem existiert, welches sie im Süden nützen können, werden sie in Kleinlaster gepfercht und so zur Arbeit transportiert. Durch die sogenannte „Caporalato“, die Ausbeutung von Schwarzarbeitern, verdient sich die kalabresische Mafia ‚Ndrangheta eine goldene Nase.

Salvini: Ghettos schließen, Einwanderung bekämpfen

Nach einer Demonstration für die „Arbeit, Rechte und Würde“ der Erntearbeiter am Mittwoch, gaben Innenminister Salvini (Lega) und Ministerpräsident Conte (parteilos) eine Pressekonferenz in Foggia. Salvini kündigte darin eine sukzessive Räumung der Barackenlager an. Weiters will der Innenminister gegen die Mafia vorgehen, welche von der illegalen Einwanderung profitiere. Gäbe es weniger Migranten, hätte die Mafia Probleme mit ihrem Geschäftsmodell, so Salvini.

5 Milliarden jährlich durch Schwarzarbeit auf den Feldern

Durch die Schwarzarbeit auf den Feldern werden jährlich 5 Milliarden Euro eingenommen, dem Staat entgehen dadurch 2 Milliarden an Steuern. Der italienische Ministerpräsident Conte fordert als Lösung eine Qualitätslandwirtschaft. Ohne würdevolle Arbeitsbedingungen sei das Problem nicht zu lösen.

Bis zu sechs Jahre Haft, aber nur mangelnde Kontrollen

Auf die Caporalato stehen in Italien bis zu sechs Jahre Haft, jedoch kommt es wegen mangelnder Kontrollen kaum zu Anklagen. Die Staatsanwaltschaft in Foggia begann im Zuge der Ereignisse zwei Ermittlungen: Einerseits wird wegen des Verkehrsunfalles ermittelt, andererseits sollen die Arbeitgeber der Einwanderer ausfindig gemacht werden.

Südeuropas Landwirtschaft und die Ausbeutung der Einwanderer

Die Masseneinwanderung nach Europa ist auf das Engste mit der Landwirtschaft in Südeuropa verbunden. Sowohl in Italien als auch in Spanien arbeiten Einwanderer unter menschenunwürdigen Bedingungen, um Obst und Gemüse für Europa und den Weltmarkt zu produzieren. Die Wirtschaft fungiert hier als Triebfeder von „Refugees Welcome!“. Ohne ein Ende der kapitalistischen Ausbeutungswirtschaft wird es kein Ende der Masseneinwanderung geben.

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