Nowosibirsk ist nicht Moskau | дekoder | DEKODER

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Während in Russland allgemein die Einwohnerzahl schwindet, kann NowosibirskNowosibirsk ist mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Russlands und die größte Stadt Sibiriens. Sie entstand 1893 durch den Bau der Eisenbahnbrücke über den Fluss Ob. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Gütertransport wuchs die Stadt rasch. Den Namen Nowosibirsk (dt. „Neues Sibirien“) trägt die Stadt seit 1926. Unter Stalin wandelte sie sich von einer Handelsstadt zu einem Industriezentrum. Heute ist Nowosibirsk das kulturelle und wissenschaftliche Zentrum Sibiriens und ein wichtiger Standort von Theater und Musik in Russland. seit Jahren kontinuierliche Zuwächse verbuchen. Die pulsierende 1,6-Millionen-Metropole im Herzen Sibiriens, die ihre Gründung dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn zu verdanken hat, saugt förmlich die Menschen aus den umliegenden Gebieten auf. In dieser Hinsicht gleicht Nowosibirsk der Hauptstadt des Landes.

Moskau ist zwar gewissermaßen Vorbild, aber gleichzeitig auch Hemmschuh, meint Riddle-Redaktionsleiter Anton Barbaschin auf InLiberty. Aus der Perspektive der „inoffiziellen Hauptstadt Sibiriens“ wirft der Nowosibirsker einen kritischen Blick auf den russischen Föderalismus und das nicht immer einfache Verhältnis zum Machtzentrum Moskau. 

„Sie sind hier nicht in Moskau“ – das ist in all den Jahren wohl die griffigste Losung auf den MonstrationenMonstrazija (dt. „Monstration“) ist ein 2004 in Nowosibirsk entstandenes Happening, das jährlich am 1. Mai stattfindet. Der Ablauf ist stets improvisiert, die Slogans auf den Transparenten erscheinen zumeist absurd und apolitisch, sind aber oft mehrdeutig. In den letzten Jahren versammelten sich in Nowosibirsk jeweils rund 4000 Teilnehmer zu den Monstrationen. Seit 2010 finden auch in anderen russischen Städten Monstrationen statt.   von Nowosibirsk. Die Monstration – lassen Sie es uns den Moskauern erklären – ist eine in Nowosibirsk entstandene Aktion zum 1. MaiNach der Oktoberrevolution 1917 wurde der 1. Mai zum offiziellen sowjetischen Feiertag ernannt. Bei feierlichen Paraden haben die Sowjetbürger ihre Solidarität mit „ausgebeuteten“ Arbeitern in kapitalistischen Ländern bekundet, so die Sowjetpropaganda.1992 wurde der Feiertag umbenannt in Tag des Frühlings und der Arbeit, eine Parodie auf die offiziellen Paraden zum Tag des Frühlings und der Arbeit. Die Teilnehmer der Aktion gestalten lustige, komische, verrückte und provokante Plakate, mit denen sie durch das Stadtzentrum ziehen – wenn es gelingt, eine behördliche Genehmigung zu erlangen. Nicht zufällig trifft man auf die Losung von „nicht in Moskau“ gerade in Nowosibirsk, der inoffiziellen Hauptstadt Sibiriens, der größten Stadt hinter dem Ural, deren Einwohnerzahl nur hinter Moskau und Sankt Petersburg zurückbleibt.    

Regionales Moskau

Das seiner langen Geschichte beraubte Nowosibirsk hat trotz all seines wissenschaftlichen, industriellen und kulturellen Potenzials im Grunde kein unverkennbares Antlitz und keine unverwechselbare Stimme. Auf der Suche nach Identität vergleichen wir uns nicht so sehr mit Städten wie JekaterinburgJekaterinburg ist mit rund 1,3 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Russlands. 1723 gegründet, wurde sie zu Ehren von Jekaterina I. benannt, Ehefrau von Peter dem Großen. Mittlerweile gilt Jekaterinburg als das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum der Ural-Region. Zwischen 1924 und 1991 hieß die Stadt Swerdlowsk – zu Ehren von Jakow Swerdlow (1885–1919), einst ein führender Politiker in der Partei der Bolschewiki. Jekaterinburg ist die Hauptstadt der Oblast, die immer noch Swerdlows Namen trägt.  oder KrasnojarskKrasnojarsk ist mit rund einer Million Einwohnern die östlichste Millionenstadt Russlands. Sie ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Zentral- und Ostsibiriens. In der Stadt gibt es über 20 Hochschulen mit rund 150.000 Studenten., sondern stehen im Dialog mit Moskau, besser gesagt, wir hören seinem Monolog zu. Diese Kommunikationsform wird zweifellos von Moskau vorgegeben. 

Die Millionenstadt ist ein regionales Moskau: Hierhin zieht es Studenten aus ganz Sibirien, dem Fernen Osten und dem postsowjetischen RaumSpätestens seit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 2000er ist Russland ein attraktives Ziel für Wanderarbeiter aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, insbesondere aus Zentralasien. Die Wirtschaftskraft dieser Länder hängt zum Teil erheblich von Rücküberweisungen aus Russland ab. Jüngste Verschärfungen des russischen Migrationsrechts haben Einreise und Arbeitsaufenthalt der Gastarbajtery jedoch erschwert., hier findet man die modernsten Bars und Restaurants der Region, hier häufen sich Finanzströme und Investitionen. Moskau ist sowohl Vorbild als auch größter Hinderungsfaktor für die Entwicklung. Die wichtigsten politischen Fragen und die Besetzung von Ämtern werden nicht ohne das Zutun von Moskau entschieden, und die Moskauer Geschäftswelt hält die lokale Business-Elite auf Trab. Sogar bei kulturellen Themen lassen es sich die Moskauer Behörden nicht nehmen, ein Wörtchen mitzureden. 2015 entließ Kulturminister MedinskiWladimir Medinski ist ein Politiker der Regierungspartei Einiges Russland. Seit 2012 leitet er das Kulturministerium und fördert dort aktiv einen stetigen Patriotisierungskurs. den Direktor des Opern- und Ballett-Theaters Nowosibirsk nach einer Affäre um eine Inszenierung von TannhäuserIm Jahr 2015 erstattete der Metropolit der Nowosibirsker Eparchie (Diözese) Anzeige gegen den Opernregisseur Timofej Kuljabin (geb. 1984) wegen Verletzung religiöser Gefühle. Kuljabins am Opern- und Balletttheater Nowosibirsk aufgeführte Inszenierung von Richard Wagners Tannhäuser sei frevelhaft und blasphemisch, so der Geistliche. Das Gericht sprach Kuljabin und den Opernintendanten Boris Mesdritsch (geb. 1948) frei. Der russische Kulturminister Wladimir Medinski (geb. 1970) entließ Mesdritsch dennoch von seinem Posten. Der Fall löste einen Skandal aus: Kritiker warfen der Regierung vor, Zensur an russischen Kultureinrichtungen auszuüben., die offenbar zu riskant geraten war. Nach den Protesten von 2011 und 2012Nachdem Putin im September 2011 angekündigt hatte, wieder Präsident werden zu wollen, und im Dezember zahllose Wahlbeobachter über massive Wahlfälschungen berichteten, bildete sich in Russland die größte Protestbewegung seit dem Ende der Sowjetunion. Sie bewies erstaunliches Durchhaltevermögen, versiegte jedoch im Jahr 2013 aufgrund von inneren Streitigkeiten und der repressiven Reaktion des Staates. verstärkte sich der Druck auf die Nowosibirsker Oppositionellen deutlich, die gezeigt hatten, dass nicht nur Moskau und Sankt Petersburg imstande sind, große Demos zu veranstalten. Die Aktivsten und Widerständigsten wurden praktisch aus der Stadt verdrängt, und NawalnyAlexej Nawalny ist einer der bekanntesten Oppositionspolitiker und Aktivisten Russlands, der die staatliche Elite in seinen Veröffentlichungen regelmäßig mit schwerwiegenden Vorwürfen zu Korruption und Machtmissbrauch konfrontiert. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins. ist in Nowosibirsk immer mit schwierigen Arbeitsbedingungen konfrontiert.

Konformität und Mittelmaß

Der Stadt, in der die Beliebtheit der RegierungsparteiDie Partei Einiges Russland ist der parlamentarische Arm der Regierung. Ihre Wurzeln entstammen einem Machtkampf zwischen Jelzin und seinen Herausforderern im Jahr 1999. Danach entwickelte sie sich schnell zu einer starken politischen Kraft: Seit 2003 hat sie eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze inne. Obwohl sie durchaus eine Stammwählerschaft entwickelt hat, verdankt sie ihren Erfolg zu großen Teilen Putins persönlicher Beliebtheit. nie durch die Decke ging und die Kommunisten immer stark waren, gilt immer die besondere Aufmerksamkeit des föderalen Zentrums. Moskau versucht in allen Nicht-Moskau-Städten des Landes Konformität und Mittelmaß zu erreichen. 
Besonders ist wohl, dass die Struktur des russischen Föderalismus gerade in Sibirien besonders deutlich sichtbar ist. Alle großen Städte liegen ziemlich weit voneinander entfernt und sehen sich nicht gegenseitig an, sondern schauen in Richtung Moskau. Je weiter im Osten des Landes, desto stärker zeigt sich das. Aufgrund fehlender politischer Befugnisse und wirtschaftlicher Chancen agieren die Städte und Regionen nicht miteinander, die Konkurrenz zwischen ihnen ist minimal – dabei könnte gerade sie dem Russland außerhalb des Moskauer AutobahnringsDer MKAD (kurz für Moskowskaja kolzewaja awtomobilnaja doroga, dt. Moskauer Autobahnring) ist ein rund 100 Kilometer langer Autobahnring um Moskau. Der MKAD ist derzeit die äußerste von insgesamt drei Ringstraßen der Hauptstadt – neben dem innerstädtischen Gartenring und dem mittleren Dritten Verkehrsring den nötigen Kick zum Aufschwung geben.   

Moskau ist für Nowosibirsk als Stadt am einfachsten zu verstehen und zu erreichen – jeden x-beliebigen Tag gehen 14 Flüge dorthin. Von Nowosibirsk aus in eine Stadt westlich von Jekaterinburg zu kommen, ohne das Dreieck ScheremetjewoDer 1959 eröffnete Flughafen Moskau-Scheremetjewo ist mit rund 40 Millionen abgefertigten Passagieren pro Jahr (Stand: 2017) der größte Flughafen Russlands. Er befindet sich im Nordwesten von Moskau, unweit der Stadtgrenze. Scheremetjewo ist unter anderem Drehkreuz und Heimatflughafen von Aeroflot, der größten russischen Fluggesellschaft. DomodedowoDer 1962 eröffnete Flughafen Moskau-Domodedowo ist mit rund 31 Millionen abgefertigten Passagieren pro Jahr (Stand: 2017) der zweitgrößte Flughafen Russlands. Er liegt rund 45 Kilometer südöstlich vom Zentrum der Hauptstadt und ist unter anderem Drehkreuz der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines.WnukowoDer 1941 eröffnete Flughafen Moskau-Wnukowo ist mit rund 18 Millionen abgefertigten Passagieren pro Jahr (Stand: 2017) der drittgrößte Flughafen Russlands. Er befindet sich im gleichnamigen Stadtteil Moskaus, südwestlich vom Zentrum. zu streifen, ist praktisch unmöglich – zumindest, wenn Sie nicht einen ganzen Tag oder länger die Innenausstattung der neuen Wagen der russischen Eisenbahn studieren wollen. Die Verbindung nach KasanKasan ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan. Die Stadt mit rund 1,2 Millionen Einwohnern liegt rund 800 Kilometer östlich von Moskau. Wegen der gut erhaltenen Altstadt und des UNESCO-Weltkulturerbes Kasaner Kreml gilt Kasan für viele als eine der schönsten Städte Russlands. zum Beispiel ist von Nowosibirsk aus entweder einmal pro Woche ein traurig-einsamer und teurer Flug, oder führt, und dann mit flexiblen Zeiten, über Moskau. 

Vereinzelte Oasen der Zivilisation

Man kann versuchen, das althergebrachte Modell zu akzeptieren, in dem alles über Moskau läuft und in dem Moskau bestimmt, wie die Städte östlich des Urals zusammenspielen. Man kann sich darauf einigen, dass Moskau den Löwenanteil der Einkünfte durch die in Sibirien geförderten Rohstoffe kassiert, dass der Gewinn Moskau angerechnet wird und es nur einen kleinen Teil davon Sibirien abgibt. Dann soll Moskau aber auch bitteschön einen klaren Entwicklungsplan für diese Gebiete vorlegen oder ihnen mehr Freiheit gewähren. Doch während Russland sich durch die KrimDie Krim ist eine Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer. Sie stand lange Zeit unter osmanischem Einfluss und wurde Ende des 18. Jh. von Russland erobert. In der Sowjetunion fiel die strategisch und kulturell wichtige und als Urlaubsdomizil beliebte Krim der Ukrainischen Sowjetrepublik zu. Die 2014 erfolgte Angliederung an Russland löste eine internationale Krise aus.großwächstOffenbar eine Abwandlung von Michail Lomonossows (1711–1765) Ausspruch „Russlands Stärke wird sich durch Sibirien und den Arktischen Ozean großwachsen“. Lomonossow gilt als ein Universalgelehrter der Aufklärungszeit. Er gründete 1755 die heute größte Universität des Landes – die Moskauer Universität (MGU), die 1940 nach ihm benannt wurde. “, bleiben gigantische Gebiete im Norden Eurasiens unterentwickelt und schwer durchschaubar. Vereinzelte Oasen der Zivilisation – große Städte, die im 21. Jahrhundert leben, mit Craft-Bier und schnellem Internet – ziehen mehr und mehr neue Bewohner aus dem tiefsten Sibirien an, wodurch diese ohnehin schon rar besiedelten Gebiete Russlands komplett veröden. Also was schlägt Moskau vor?

Offenbar bleibt die wichtigste Idee der letzten Jahre die Hinwendung zum Osten, die in Moskau vielleicht als geopolitisches Manöver verstanden wird, das das Ziel hat, die Außenbeziehungen zu diversifizieren. Von Nowosibirsk aus wirkt das wie eine banale Verlegung einer Leitung nach China und nach einer Anbindung der gesamten Region an ein einzelnes Land südlich von Sibirien.

Erinnerungen an eine glänzende Zukunft

Wenn Moskau so allmächtig ist, dass es gleichzeitig das syrische Volk retten, eine Brücke zur KrimDa Russland keine Überlandverbindung zur Krim hat, sollte nach der Angliederung der Halbinsel eine 19 Kilometer lange Brücke über die Straße von Kertsch das Festland mit der Halbinsel verbinden. Das Bauunternehmen Strojgasmontash erhielt im Januar 2015 den Staatsauftrag für den Bau der Brücke. Strojgasmontash gehört Arkadi Rotenberg (geb. 1951) – ein Unternehmer, der als enger Vertrauter von Präsident Putin gilt. Die USA sowie die EU verhängten Sanktionen gegen Rotenberg. Der Bau der Brücke begann 2016, im Mai 2017 eröffnete Wladimir Putin die Brücke für den Autoverkehr. Die Bahngleise sollen bis 2019 fertiggestellt werden. bauen und gegen die Hegemonie der USA ankämpfen kann, warum fügt es dieser Liste nicht auch die bescheidene Aufgabe hinzu, seine eigenen Gebiete zu entwickeln? Natürlich streben diese Territorien nicht aus Russland hinaus – von Separatismus ist in Sibirien nichts zu spüren – aber ganz bestimmt werden sie nicht zu dem Schatz, durch den sich ganz Russland laut Prophezeiung LomonossowsMichail Lomonossow (1711–1765) gilt als ein Universalgelehrter der Aufklärungszeit. Er gründete 1755 die heute größte Universität des Landes – die Moskauer Universität (MGU), die 1940 nach ihm benannt wurde. großwachsen sollte. Einzelne Versuche, im Fernen Osten Territorien der vorauseilenden EntwicklungIn Russland gibt es zwei Arten von administrativ abgegrenzten Regionen mit rechtlich geregelten Erleichterungen für Investoren: Seit 2005 wurden über 30 Sonderwirtschaftszonen eröffnet, seit 2015 treiben russische Behörden Planungen zur Schaffung von rund 15 Territorii opereshajuschtschego Raswitija (dt. „Territorien vorauseilender Entwicklung“) voran. Diese sind zumeist im Fernen Osten geplant, sie sollen unter anderem durch Steuererleichterungen Investoren anlocken und damit die sogenannte nicht-rohstofforientierte Produktion ankurbeln. anzuleiern und ähnliche Projekte blieben an derselben Stelle hängen wie MedwedewsDimitri Medwedew ist seit 2012 Premierminister und bekleidete von 2008 bis 2012 das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation. Er gehört zu den engsten Vertrauten von Präsident Putin und nimmt, nicht zuletzt als Vorsitzender der Regierungspartei Einiges Russland, eine wichtige Rolle im politischen Systems Russlands ein. ModernisierungDer Gedanke der Modernisierung hat in Russland eine lange Tradition. Viele Zaren, Generalsekretäre und zuletzt Präsidenten versuchten sich an der aufholenden Entwicklung zu einer stets im Westen liegenden Moderne. Als erfolgreichste unter ihnen würden die meisten Russen heute wohl Peter den Großen und Josef Stalin benennen. In der post-sowjetischen Geschichte Russlands ist das Schlagwort der Modernisierung vor allem mit der Präsidentschaft Medwedews verknüpft. Als Putin 2012 in den Kreml zurückkehrte, geriet Medwedews Vision eines modernen Russlands jedoch schnell in Vergessenheit. – als Erinnerungen an eine glänzende Zukunft.    

Die einzige Chance auf Entwicklung besteht darin, den sibirischen Regionen als solchen mehr Freiheit zu geben, sich um die Gebiete zu kümmern, die Russland zum größten Land der Welt machen. Keineswegs muss Sibirien zu den Vereinigten Staaten Sibiriens gemacht werden – es genügt, den Regionen zu gestatten, etwas mehr Einkünfte in ihren Budgets zu belassen, die Steuern zu senken, Möglichkeiten zu privaten Initiativen zu erweitern und sich dem beträchtlichen Kreis potenzieller Investoren zu öffnen.

Wie Wladislaw InosemzewWladislaw Inosemzew (geb. 1968) ist ein bekannter russischer Wirtschaftswissenschaftler und Publizist. Er schreibt regelmäßig für Republic, Vedomosti, RBC und andere russische Medien. Inosemzew ist Mitglied im regierungsnahen Wissenschaftsrat für internationale Beziehungen. 2010 unterschrieb er die Petition Putin muss weg, die eine Reihe von oppositionellen Organisationen initiiert hatte. Inosemzew ist Autor von mehr als 1.400 Publikationen, die in Russland, Frankreich, Großbritannien, den USA und China veröffentlicht wurden.  richtig bemerkte, liegt östlich von Russland nicht China, sondern Japan, die USA und Kanada – und daher ist Russlands Orientierung nach Osten eine Orientierung in den Westen. Wenn das heutige außenpolitische Paradigma unverändert bleibt, entwickeln wir uns zum kleinen Bruder Chinas. In Nowosibirsk ist besonders stark spürbar, dass unser gemeinsames Zuhause Großeuropa ist, und nicht Großasien.  

Einstweilen bleibt Nowosibirsk, wie auch den anderen Städten Sibiriens, nichts anderes übrig, als fast im Flüsterton zu sagen: „Sie sind hier nicht in Moskau“, ohne sich wirklich darüber im Klaren zu sein, was genau hier entstehen kann. Und das werden wir garantiert nie erfahren, solange Sibirien keine Chance bekommt, sich vollwertig als Sibirien wahrzunehmen und nicht nur als ein Territorium östlich des Urals.   



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