touristik aktuell | Gewillkürte Pauschalreise: Veranstalter suchen Gespräch

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„Einzelleistungen als Pauschalreisen? Das widerspricht unserer Satzung“, erklärte Wolfgang Richter, Vorstand des Deutschen Reisepreis Sicherungsscheins (DRS), Anfang der Woche. Er bezieht sich dabei auf ein Gutachten des Rechtsexperten Ansgar Staudinger (siehe hier).

Richters Aussage hat zur Folge, dass beim DRS abgesicherte Veranstalter wie TUI, DER Touristik und Ameropa beim Schutz der Kundengelder für diese Bausteinprodukte höchstwahrscheinlich einen neuen Versicherer finden müssen. Doch die Veranstalter wollen die Entscheidung des DRS nicht einfach so hinnehmen.

TUI bedauert, dass man über den Vorstandsbeschluss des DRS nicht vorab informiert wurde. „Auf Basis eines Gegengutachtens, das uns in Kürze vorliegen wird, werden wir weitergehende Gespräche mit dem DRS suchen“, sagt ein Pressesprecher. Man stelle aber sicher, dass alle bei TUI gebuchten Produkte und Leistungen  auch Einzelleistungen  heute und auch künftig versichert sein werden.

Der Reisekonzern aus Hannover führt aus: „An unserer kunden- und reisebüro-freundlichen Praxis werden wir weiter festhalten und aus Einzelleistungen in Kombination mit dem TUI Plus Paket ‚echte Pauschalreisen‘ machen. Die Art und Weise, wie wir das machen, entspricht nach unserer Rechtsauffassung voll und ganz der gesetzlichen Vorgabe.“

Laut TUI kann von einer fehlerhaften Deklarierung der Produkte daher keine Rede sein, Haftungsfragen würden sich insoweit nicht ergeben. Falls es dennoch dazu komme, würden sich diese nach den Regelungen des Agenturvertrages richten.

DER Touristik erklärt indessen, dass man die Erklärungen des DRS-Vorstands zur Kenntnis genommen habe. Man werde direkt mit ihm über dessen Äußerungen zum Insolvenzschutz sprechen. „Für alle Vertriebspartner und Kunden von DER Touristik gilt: Unsere Pauschalreisen und einzelnen Reisebausteine außer Nur-Flug sind vertraglich versichert. Die betreffenden Kundengelder sind gegen Insolvenzrisiko des Veranstalters abgesichert“, heißt es.

Auch Ameropa-Reisen hat reagiert. Geschäftsführer Kai de Graaff sagt: „Die Entscheidung zu unserem aktuellen Vorgehen ist auf Basis der bisherigen Zusammenarbeit mit unserem Versicherungsgeber gefallen, um größtmögliche Sicherheit durch die Übernahme von Haftungsrisiken zu bieten und eine eventuelle Verunsicherung für unsere Vertriebspartner und Kunden zu vermeiden.“

Sofern sich laut de Graaff Veränderungen in den Anforderungen durch den Gesetzgeber, Partnern, dem Vertrieb oder den Kunden ergeben würden, werde man diesen auch entsprechen.



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