Selbstliebe lernen: Tipps und Übungen für das geliebte Ich

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„Selbstliebe“ ist einer der Trend-Begriffe unserer Zeit, doch in der Realität gar nicht so leicht umzusetzen. Wir zeigen dir einige Tipps, wie du lernen kannst, dich selbst so zu lieben, wie du bist.

Wie kann man Selbstliebe lernen?

Meistens fällt es uns vergleichsweise leicht, andere Menschen zu lieben und Kindern, dem Partner, Eltern oder Freunden unsere Liebe zu zeigen. Doch wenn es darum geht, uns selbst zu lieben, befinden wir uns oft in einer Sackgasse. Dabei ist Selbstliebe eine essentielle Grundlage, um Probleme zu bewältigen, mit Stresssituationen umzugehen und letztendlich auch andere Personen zu lieben. Du gehst außerdem deutlich selbstbewusster, entspannter und freier durchs Leben, wenn du deinen eigenen Wert erkennst und schätzen kannst.

Doch kann man Selbstliebe lernen? Definitiv: ja. Es gibt einige einfache Tipps und Tricks, die du problemlos in deinen Alltag integrieren kannst und die dir dabei helfen können, dich selbst besser wahrzunehmen, zu akzeptieren und wertzuschätzen. Die Basis all dieser Praktiken ist jedoch der Grundsatz, dass Selbstliebe nur aus deinem Inneren kommen kann und nicht durch äußere Einflüsse ausgelöst wird.

Selbstliebe durch Achtsamkeit

Yoga und Meditation können dir helfen, achtsamer durchs Leben zu gehen. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Selbstliebe fängt bereits damit an, Gefühle und Signale des Körpers wahrzunehmen. Oft hetzen wir so durch den Alltag, dass wir den Zustand unseres Körpers gar nicht mehr spüren. Erst am Abend bemerken wir Kopfschmerzen, Schwäche oder Übelkeit, die wir uns nicht erklären können.

Um dich davor zu schützen, helfen meist schon mehrere kurze Pausen von zwei bis drei Minuten. Schließe kurz die Augen, atme tief ein und aus und fühle, wie es dir in diesem Moment geht. Diese besondere Art der Aufmerksamkeit wird als „Achtsamkeit“ bezeichnet. Achtsamkeit bezieht sich speziell auf die Wahrnehmung des inneren und äußeren Zustands und die Fähigkeit, diesen anzunehmen, ohne zu bewerten.

Damit bildet Achtsamkeit sozusagen die Basis für Selbstliebe. Sie hilft uns, uns selbst besser kennenzulernen und zu verstehen. Oft wissen wir viel zu wenig über unsere eigene Persönlichkeit, da wir uns nie Zeit nehmen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Doch wie willst du dich selbst lieben, wenn du deine eigenen Stärken und Qualitäten gar nicht kennst? Meistens fällt es uns sehr leicht, unsere Schwächen und Nachteile aufzuzählen. Doch werden wir nach unseren Stärken gefragt, will uns einfach nichts einfallen. Achtsamkeitsübungen können dir dabei helfen, deine eigenen Qualitäten besser wahrzunehmen. Sie unterstützen dich aber auch darin, deine Schwächen und Grenzen zu erkennen und mit Gelassenheit und Ruhe zu akzeptieren.

Eine Methode, um Achtsamkeit zu „trainieren“, ist die Meditation.

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese durchzuführen. Am Anfang helfen dir geführte Meditationen, die Basis und verschiedene Variationen kennenzulernen (empfehlenswerte Mediations-Apps findest du hier).
  • Später kannst du die Übungen auch allein durchführen und auf deine Bedürfnisse abstimmen.
  • Bei jeder Meditation setzt du dich in eine für dich bequeme Haltung, schließt die Augen und beginnst, deinen Körper, deine Umgebung und speziell deine Atembewegung wahrzunehmen. Wichtig hierbei ist, dass du nur registrierst, ohne etwas zu bewerten.

Eine weitere Methode, die du auch in deine Meditation mit einbauen kannst, ist der „Bodyscan“:

  • Dabei legst du dich auf eine weiche Unterlage und nimmst jedes Körperteil einzeln bewusst war.
  • Du beginnst zum Beispiel bei der linken kleinen Zehe und arbeitest dich dann bis zur Stirn hinauf.
  • Nimm wahr, welche Bereiche des Körpers sich gelöst und welche sich vielleicht verspannt anfühlen.
  • Auch hier geht es vor allem darum, zu spüren und registrieren, ohne eine Wertung vorzunehmen.

Eine dynamische Variante der Meditation, bei der du Geist und Körper in Einklang bringst, ist Yoga. Dabei hast du die Wahl aus einer Vielzahl von Yoga-Formen. Das Spektrum reicht vom kraftvollen Vinyasa-Power-Yoga bis zum ruhigen Yin-Yoga.

Ein Grundsatz beim Yoga ist das Motto: „Alles kann. Nichts muss.“ Dieses bezieht sich auch wieder auf das Akzeptieren deiner (körperlichen) Grenzen. Vielleicht bist du noch nicht so beweglich und schaffst noch keinen Spagat oder Handstand. Nimm diesen Zustand mit Gelassenheit an. Nur dann bist du in der Lage, durch achtsames Training deine Grenzen ausweiten zu können. Zwing dich also in keine Haltung, die sich nicht gut anfühlt und behandle deinen Körper mit Vorsicht und Respekt. Schaffst du es, diesen Gedanken auch auf deinen Alltag zu übertragen, bist du der Selbstliebe schon ein ganzes Stück näher.

Selbstfürsorge – Der Umgang mit dem eigenen Ich

Als Kinder machen wir einfach das, was uns Freude bereitet. Als Erwachsene verlieren wir oft diese Fähigkeit.
Als Kinder machen wir einfach das, was uns Freude bereitet. Als Erwachsene verlieren wir oft diese Fähigkeit. (Foto: CC0 / Pixabay / dagon_)

Wenn du anfängst, die Botschaften deines Körpers wahrzunehmen und zu akzeptieren, wirst du vermutlich automatisch das Verlangen haben, diesen nachzugehen. Hier kommt die Selbstfürsorge ins Spiel. Sicher kennt jeder von uns das Bedürfnis, für das Wohlbefinden uns nahstehender Personen sorgen zu wollen. Und so wie du dich um Menschen, die du liebst, kümmerst, solltest du auch mit dir selbst umgehen.

Das kann sich in unterschiedlichsten Bereichen äußern. Zum Beispiel indem du dir die Zeit nimmst, ein ausgewogenes, gesundes Abendessen für dich zu kochen, dir dazu eine Kerze anzuzündest und deinen Lieblingsfilm anschaust. Oder indem du nach einem stressigen Tag ein entspanntes Bad nimmst, in die Sauna oder zu einer Yoga-Stunde gehst.

Oft vernachlässigen wir neben Beruf und alltäglichen Pflichten die Dinge, die uns eigentlich Spaß machen. Doch ein essentieller Teil der Selbstliebe ist es, dass du dir bewusst Zeit nimmst, Dinge zu tun, die dir gut tun.

„Body-Image“ – Zufriedenheit mit dem eigenen Körper

Anstatt sich am Schönheitsideal zu orientieren, sollten wir unseren eigenen Körper schätzen und lieben lernen.
Anstatt sich am Schönheitsideal zu orientieren, sollten wir unseren eigenen Körper schätzen und lieben lernen. (Foto: CC0 / Pixabay / 1556045)

Werbeplakate, Fashion-Shows, Mode-Magazine oder der Fitnesswahn, der speziell durch soziale Medien verbreitet wird, stürzt besonders junge Menschen immer wieder in Selbstzweifel. Begriffe wie „Body-Shaming“, der die Scham über die eigene Figur bezeichnet, machen die Runde. Essstörungen und zwanghaftes Sportverhalten sind keine Seltenheit.

Viele von uns werden das Gefühl kennen, vor dem Spiegel zu stehen und das eigene Spiegelbild abwertend, enttäuscht oder sogar wütend zu betrachten. Dieses Gefühl, sich unwohl in der eigenen Haut zu fühlen, rührt vor allem durch das ständige Vergleichen mit scheinbar „perfekten“ Menschen, wie dem Bikini-Model auf der Werbetafel oder dem durchtrainierten Athleten im Fitnessstudio.

Eine Reaktion auf diese Entwicklungen sind Gegenströmungen zum Fitnesstrend, die die Diversität des menschlichen Körpers betonen und zu Selbstliebe und Zufriedenheit mit der eigenen Figur aufrufen. Letztendlich hat jeder von uns andere Gene, Voraussetzungen und demnach einen individuellen Körper, der zu wertvoll ist, um ihn mit anderen zu vergleichen. Du solltest also aufhören, ständig einem vermeintlichen Schönheitsideal nachzueifern. Nimm deinen Körper so an, wie er ist. Dann bist du auch in der Lage, dich selbst mit Respekt, Wertschätzung und Selbstliebe zu behandeln.

Das Schönheitsideal in unseren Köpfen ist leider seit langer Zeit sehr fest verankert, da es tagtäglich durch äußere Einflüsse genährt und bestätigt wird. Es scheint DEN einzigen perfekten Körper zu geben, der das Ziel eines jedes Menschen sein sollte. Um dieses Bild aus deinen Gedanken zu vertreiben und zu lernen, deine eigene Figur und Individualität zu schätzen, gibt es einige Tipps:

  • Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen! Du hast deine eigenen Voraussetzungen, Erbanlagen und vor allem deine ganz persönliche Geschichte, die deinen Körper prägt.
  • Erweitere deinen ästhetischen Horizont! Anstatt sich immer wieder von den gleichen Models berieseln zu lassen, die in den Medien den Ton angeben, such dir andere Inspirationen. Es gibt viele starke Frauen (und auch Männer), die mit den unterschiedlichsten Figuren Schönheit und Selbstbewusstsein ausstrahlen.
  • Sei dankbar für das, was dein Körper jeden Tag für dich leistet: Dass er dich von A nach B trägt, dir erlaubt, neue Dinge auszuprobieren, dich anzustrengen und zu entspannen. Bilde eine Einheit mit deinem Körper und arbeite nicht gegen ihn.
  • Konzentrier dich auf dein Inneres! Leider ist unsere Gesellschaft viel zu viel darauf fokussiert mit äußeren, oberflächlichen Reizen beeindrucken zu wollen. Dabei sind es die inneren Werte, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind. Kein Sixpack wird dich zu einem guten, liebenswerten Menschen machen, Werte wie Hilfsbereitschaft und Mitgefühl hingegen schon.

Wenn du versuchst, diese Anregungen langfristig in deinen Alltag zu integrieren, wirst du merken, wie viel gelassener und liebevoller du mit deinem eigenen Körper umgehst.

Natürlich sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung ein wichtiger Aspekt einer gesunden Lebensweise und wenn du ein paar Kilo abnehmen möchtest, um dich wohler zu fühlen, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist jedoch ein Unterschied, ob du dich zum Workout und dem Salat zum Mittag aus Wut, Ärger und Selbstzweifeln zwingst, oder ob du dir und deinem Körper aus Selbstliebe etwas Gutes tun möchtest.

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