Haarausfall bei Frauen: Ursachen und was dagegen hilft

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Haarausfall bei Frauen ist ein Problem, das von außen oft gar nicht so schnell auffällt. Es ist aber wichtig, schnell gegen die Ursachen vorzugehen. Die richtige Pflege und eine ausgewogene Ernährung können in manchen Fällen helfen.

Haarausfall ist bei Frauen und Männern unterschiedlich

Wenn Frauen Haarausfall haben, ist das oft sehr belastend. Die Ursachen sind vielfältiger als bei Männern – bei ihnen ist Haarausfall in der Regel genetisch bedingt und beginnt entlang des Scheitels und am Hinterkopf. Bei Frauen hingegen ist er meist diffus, das heißt die Haare fallen überall aus und insgesamt nimmt dadurch die Haarfülle ab. Die Haarwurzeln bilden nicht genügend neue Haare, um die ausgefallenen zu ersetzen.

Der normale Haarausfall pro Tag liegt bei etwa 80 bis 100 Haaren. Findest du täglich deutlich mehr Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen, solltest du auf Ursachenforschung gehen. Mögliche Gründe für Haarausfall bei Frauen:

  • Körperliche Ursachen (z.B. hormonelle Störungen)
  • Psychische Ursachen
  • Beeinträchtigte Nährstoffaufnahme an der Haarwurzel
  • Falsche Haarpflege

Ist der Haarausfall sehr stark oder hält über mehrere Wochen an, wende dich an einen Arzt.

Haarausfall bei Frauen: Körperliche oder psychische Gründe

Haarausfall bei Frauen kann mit der Pille zusammenhängen (Foto: CC0 / Pixabay / Anqa)

1) Hormonelle Ursachen

Hormonelle Schwankungen können zum Haarausfall führen.

  • Einnahme der Pille oder anderer hormonhaltiger Medikamente. Sprich auf jeden Fall deinen Arzt daraufhin an, eventuell gibt es andere Präparate.
  • Nachdem du die Pille abgesetzt hast muss sich der Hormonspiegel erst wieder einpendeln. Haarausfall kann die Folge sein.
  • Häufig tritt Haarausfall auch in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren auf. Hierbei ist zwar auch die Veränderungen des Östrogenspiegels ein Grund. Hinzu kommt, dass der Körper durch die ausbleibende Menstruation nicht in der gewohnten Weise das Blut erneuern kann. Stoffwechselablagerungen können sich bilden und die Versorgung der Haarwurzel beeinträchtigen.
  • Mit zunehmenden Alter (vor allem nach den Wechseljahren) erneuert sich das Haar generell nicht mehr so schnell und die Haarfülle nimmt ab.

2) Schlechte Durchblutung als Ursache

Eine gut durchblutete Kopfhaut kann die Haarwurzel richtig mit Nährstoffen versorgen. Ist die Durchblutung verlangsamt oder bleiben zunehmend Ablagerungen aus dem Zellstoffwechsel im Gewebe, wird die Haarwurzel schlechter mit neuen Nährstoffen versorgt. Ablagerungen im Gewebe entstehen unter anderem durch falsche Ernährung. Vermeide daher:

  • Fast Food
  • zucker- und stärkehaltige Lebensmittel, wie bei Fertiggerichten
  • Alkohol und Zigaretten

3) Psychische Ursachen

Starker Stress kann Haarausfall bewirken.

  • Tritt der Haarausfall diffus auf, ist der Stress eher der Auslöser, aber nicht der Grund. Wer Stress hat, greift oft zu Süßigkeiten und ernährt sich schlecht, was dann Haarausfall zur Folge haben kann.
  • Ist der Haarausfall hingegen auf einzelne Stellen konzentriert und bilden sich kahle Kreise auf der Kopfhaut, könnte es sich um kreisrunden Haarausfall (Alopecia Areata) handeln. Dies ist eine Autoimmunerkrankung und muss ärztlich behandelt werden. Kreisrunder Haarausfall kann nach plötzlichen psychischen Stress auftreten, etwa nach einer Trennung, Jobverlust oder einem Todesfall.

4) Ursache durch Erkrankungen

  • Erkrankungen des Darms können von Haarausfall begleitet sein.
  • Pilzerkrankungen können zu flächigen kahlen Stellen auf der Haut führen.
  • Ist der Haarausfall durch Krankheit oder Medikamente bedingt, stimme mit deinem Arzt die Haarpflege ab.

Haarausfall bei Frauen: Falsche Haarpflege

Haarausfall durch zu heißes Föhnen
Haarausfall durch zu heißes Föhnen (Foto: CC0 / Pixabay / Jo_Johnston)

Mit falscher Haarpflege kannst du die Haare so schädigen, dass sie ausfallen.

1) Chemische Ursachen

  • Haarshampoos oder Haarstystyling-Produkte mit Silikonen versprechen glänzendes Haar, bewirken jedoch, dass Nährstoffe unzureichend an den Haarfollikel gelangen.
  • In Shampoos enthaltene chemische Emulgatoren wie PEG-Derivate oder künstliche Duftstoffe können Allergien auslösen, die zu Haarausfall führen.
  • In der Haarfarbe enthaltenen Chemikalien können Hautekzemen und Allergien hervorrufen, mit Haarausfall als Folge.
  • Wer über mehrere Jahre hinweg Haare färbt, schädigt die Haarwurzeln durch das enthaltene Ammoniak und Wasserstoffperoxid.
  • Ebenso weichen die Chemikalien in Dauerwellmitteln die Haarstruktur auf und können zu einer dauerhaften Schädigung der Haarzellen in der Kopfhaut führen.

2) Mechanische Ursachen

  • Zu heißes Föhnen oder andere Styling-Geräte können das Haar verbrennen und es bricht ab.
  • Scharfkantige Bürsten oder Kämme brechen das Haar. Holzkämme und Bürsten aus Naturborsten sind schonender zum Haar. Du erhälst sie im Drogeriemarkt oder Bio-Markt. Online kannst du zum Beispiel bei **Memolife oder **Avocadostore bestellen.

Ein ausgefallenes Haare erkennst du an einer kleinen Verdickung, der verhornten Haarwurzel. Ist das Haar abgebrochen, ist das Haar an beiden Enden glatt.

Ernährung gegen Haarausfall

Eine vollwertige Ernährung hilft bei Haarausfall
Eine vollwertige Ernährung hilft bei Haarausfall (Foto: CC0/pixabay/StockSnap)

Voraussetzung für gesundes Haar ist, dass die Kopfhautzellen intakt und gut mit Nährstoffen versorgt sind. Daher kann die richtige Ernährung gegen Haarausfall helfen. Diese Nährstoffe sind besonders wichtig:

  • Vitamine B12: zum Beispiel in Fleisch und Leber sowie in geringen Mengen in Sauerkraut.
  • Folsäure und Vitamin B6: in Erbsen, Spinat, Vollkornprodukten und Walnüssen
  • Biotin: in Nüssen, Haferflocken und Sojabohnen
  • Zink und Silizium: in Linsen, Nüssen oder Hirse, Hafer und Kartoffeln oder Brennnesseltee.
  • Proteine sind ebenso wichtig, Veganer müssen hier auf ausreichend pflanzliche Proteine aus Soja und Linsen achten.

Ätherische Öle gegen Haarausfall bei Frauen

Natürliche Pflege bei Haarausfall
Natürliche Pflege bei Haarausfall (Foto: CC0/pixabay/Tomasz_Mikolajczyk)

Auch bei deiner täglichen Haarpflege kannst du auf einige Dinge achten:

  • Verwende am besten Shampoos ohne Silikone und andere bedenkliche Inhaltsstoffe. (Findest du zum Beispiel hier: Bestenliste Bio-Shampoo)
  • Spüle nach der Haarwäsche alle Shampooreste gründlich aus und brause zum Abschluss kurz mit kaltem Wasser nach. Das fördert die Durchblutung der Kopfhaut und wirkt wie eine kleine Kneippkur.
  • Je nach Haartyp kannst du eine Haarspülung anschließen.
  • Massiere die Kopfhaut ausgiebig mit einem Haarwasser aus Rosmarin oder Brennnessel. Die ätherischen Öle im Haarwasser regen zusätzlich die Durchblutung an und kräftigen das Haar.

Gegen fettige Kopfhaut:

Stark fettige Haut mit schuppigen Ablagerungen auf der Kopfhaut sind bei Frauen eher selten. Fettige Schuppen verkleben die Poren und hemmen so die Nährstoffaufnahme der Zellen. Hier hilft eine Peeling-Maske aus Heilerde oder mineralischem Meeresschlamm.

  • Trage die Maske scheitelweise auf.
  • Rubble die Maske nach 20 Minuten Einwirkungszeit unter lauwarmem Wasser ab. Dadurch befreist du die Kopfhaut von Ablagerungen und regst die Durchblutung an.

Haarkuren mit Öl:

Alle drei bis vier Wochen kannst du eine Öl-Haarpackung auftragen. Folgende Öle fördern die Durchblutung und pflegen die Kopfhaut:

Und so geht’s:

  • Verteile das Öl auf der Kopfhaut und wickle ein altes Handtuch darum.
  • Lass es so lange wie möglich einwirken.
  • Danach gründlich ausspülen und mit einem milden Pflegeshampoo das Haar waschen.

Tipp: Besonders gut wirkt die Ölpackung, wenn das Öl lauwarm ist.

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