Gehirn-Doping bei Studenten

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Risiko für die Gesundheit

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 10.07.2018
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Drogen, die dem Gehirn auf die Sprünge helfen, werden derzeit (2018) in Europa immer beliebter. Dabei sind weniger Medikamente für Ältere gemeint, die einer nahenden Demenz entgehen möchten, sondern vielmehr Mittel – wie etwa Ritalin – die dabei helfen, sich stundenlang mit höchster Konzentrationsfähigkeit auf den Lernstoff zu konzentrieren. Gehirn-Doping ist daher die zweifelhafte Lösung vieler Studenten, um Prüfungen möglichst erfolgreich zu überstehen. Leider lassen Nebenwirkungen nicht lange auf sich warten.

Gehirn-Doping: Europa erlebt grössten Run auf Drogen wie Ritalin

Wer sich auf eine Prüfung vorbereitet, wünscht sich oft nichts mehr, als endlich stundenlang und ohne Ablenkung lernen zu können. Mit Medikamenten wie Ritalin klappt das wunderbar. Die Droge hilft dabei, die Umwelt auszuschalten. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht nunmehr der Lernstoff – nichts anderes mehr. Der erhoffte Erfolg jedoch hat seinen Preis: Das Medikament kann starke Nebenwirkungen mit sich bringen.

In Europa nimmt der Konsum von Drogen zur Steigerung der Gehirnleistung immer mehr zu. Die bislang grösste Studie zu diesem Thema zeigte, dass inzwischen 14 Prozent der befragten fast 30.000 Personen entsprechende Medikamente nimmt. Im Jahr 2015 waren es nur 5 Prozent (bei knapp 80.000 Befragten).

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Ritalin zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten?

Medikamente wie Ritalin (Methylphenidat) werden normalerweise Kindern und Jugendlichen bei Beschwerden wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom) verschrieben. Setzt man diese Medikamente – beispielsweise während des Studium und ohne Vorliegen einer Erkrankung – zur Konzentrationsförderung und Steigerung des Erinnerungsvermögens ein, spricht man abgekürzt von PCE für pharmacological cognitive enhancement, was so viel bedeutet wie Steigerung der kognitiven Fähigkeiten mit Hilfe von Arzneimitteln. Umgangssprachlich ist auch von Gehirn-Doping die Rede.

Besagte Studie untersuchte den Einsatz von Medikamenten wie Ritalin und Adderall (ADHS-Medikamente), von Mitteln wie Modafinil (gegen Schlafstörungen) und von illegalen Stimulantien wie Kokain in 15 europäischen Ländern. Veröffentlicht wurde die Studie im Juni 2018 im International Journal of Drug Policy

Gehirn-Doping ist in den USA schon fast normal

Während Gehirn-Doping in den USA schon fast normal ist (30 Prozent der befragten Personen nimmt entsprechende Mittel), waren die Zahlen in Europa in den letzten Jahren noch gemässigt. Der stärkste Anstieg im Konsum von Drogen zur Leistungssteigerung des Gehirns wurde in Frankreich und im Vereinigten Königreich registriert. Dort stiegen die Zahlen der Konsumenten von 3 Prozent im Jahr 2015 auf 16 Prozent im Jahr 2017 bzw. von 5 auf 23 Prozent.

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Die Doping-Medikamente sind leicht verfügbar

Der Grund für den häufigen Einsatz dieser Medikamente zu Zwecken des Gehirn-Dopings ist natürlich in erster Linie die leichte Verfügbarkeit dieser Mittel, so Larissa Maier, Studienleiterin und Psychologin an der University of California. Viele Kinder und Jugendliche erhalten heutzutage eine ADHS-Diagnose und somit auch die passenden Rezepte. Oft bedienen sich dann die älteren Geschwister ebenfalls an den Arzneimitteln. 

Auch scheint es nicht immer ein Problem zu sein, sich als Student eine ADHS-Diagnose und damit auch die passenden Stimulantien zu „besorgen“. Denn je höher die ADHS-Diagnose-Raten eines Landes sind, umso höher auch der Einsatz der entsprechenden Medikamente als Cognitive Enhancer (kognitive Leistungssteigerer). 

Freunde versorgen mit Ritalin

Die Hälfte der Drogenkonsumenten gab an, sie erhielten die Leistungssteigerer von Freunden, 10 Prozent kauften sie bei einem Dealer oder im Internet, nur 6 Prozent bekamen ihre Stimulantien von einem Familienmitglied und nur 4 Prozent hatten selbst das ensprechende Rezept. 

So verführerisch die Wirkungen der stimulierenden Medikamente auch sein mögen, ihre Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben. Von Appetitstörungen, Schlaflosigkeit und Depressionen bis hin zu Knochenschwäche, Herzrasen und Selbstmordgedanken ist nahezu jede Problematik dabei.

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